Unruhen in Nordindien Mindestens 20 Tote bei Kämpfen in Kaschmir

Es ist die folgenschwerste Auseinandersetzung in Kaschmir in diesem Jahr: Im indischen Teil der Unruheregion sind bei Zusammenstößen mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen.

Brennende Häuser im indischen Teil der Unruheregion Kaschmir
REUTERS

Brennende Häuser im indischen Teil der Unruheregion Kaschmir


Bei Kämpfen im indischen Teil der Unruheregion Kaschmir sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Wie aus Polizeikreisen verlautete, gab es allein im Süden des Gebietes 17 Tote, als Sicherheitskräfte gegen mutmaßliche Extremisten vorgingen. 13 der Getöteten waren demnach Aufständische. Der Polizei und Bewohnern zufolge kamen zudem drei Zivilisten ums Leben, als Hunderte Menschen einen Einsatz gegen Verdächtige verhindern wollten. Etwa 70 seien verletzt worden.

Die Welle der Gewalt ist die folgenschwerste in Kaschmir in diesem Jahr. Mehr als 44.000 Menschen, darunter auch viele Zivilisten, sind seit den Achtzigerjahren im Zusammenhang mit der Gewalt um eine Abspaltung Kaschmirs von Indien bereits ums Leben gekommen. Kaschmir ist vornehmlich zwischen Indien und Pakistan aufgeteilt, ein kleiner Teil gehört auch zu China. Indien und Pakistan beanspruchen die Region beide für sich allein, sie führten deshalb bereits zwei Kriege.

Wegen der aktuellen Unruhen ordneten die Behörden an, dass Schulen und Hochschulen am Montag geschlossen bleiben. Bahnverbindungen wurden gestrichen und der Internetzugang teilweise blockiert.

bam/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
weltenglas 02.04.2018
1. Fehler war die Teilung des Subkontinents
Der größte Fehler war von Anfang an die Teilung des Subkontinents in einen muslimischen und einen hinduistischen Teil. Das hat zu religlöser Vertreibung geführt, den Hass entflammt. Ein sehr positiver Visionär sollte für eine Wiedervereinigung von Pakistan und Indien eintreten. Grenzen niederreißen, Menschen zusammenbringen, daa muss das Programm des 21. Jahrhunderts werden. Überall.
mimoun74 02.04.2018
2. Referendum
Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr erklärbar das es kein UN Referendum über die Zugehörigkeit von Kaschmir gibt. Die Bevölkerung war nach der Unabhängigkeit von GB Mehrheitlich Muslimisch (ca.70%) und wollte eingentlich einen eigenen Staat. Das England dann die Grenzen durch Kaschmir gezogen hat passt ins Bild. Wie in Afrika oder im nahen Osten hat man (gezielt) Völker getrennt und für die Zukunft Konflikte geschaffen. Teile und herrsche, war das Motto. Auch heute noch gibt es keine Abstimmung in Kaschmir trotz UN Resolution das es ein Referendum geben muss. Amnesty International und andere Menschenrechtsorganisationen dokumentieren und verurteilen die organisierte Staatsgewalt in Koalition mit den rassistischen Milizen der RSS/BJP (Hindu Fundamentalisten). Aber hier im Westen interessiert es keinen. Wie bei China (Tibet/Xingjang ) verkauft meine seine so heren Werte von Freiheit/Demokratie und Selbstbestimmung der Völker für wirtschaftliche Profite.
MiniDragon 02.04.2018
3. Wenig bekannt ist
dass auch China einen sehr dünn besiedelten Teil Kaschmirs besetzt hält. China könnte diesen Teil in einen neutralen und sowohl von Indien als auch von Pakistan unabhängigen säkularen Pufferstaat einbringen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.