Historischer Pakt Indien und Bangladesch tauschen Land

Seit mehr als 40 Jahren wurde darum gerungen, jetzt ist der Vertrag unterzeichnet: Indien und Bangladesch tauschen Enklaven - rund 50.000 Menschen müssen sich nun entscheiden, welchem Staat sie angehören wollen.

Indiens Premierminister Modi: Historischer Pakt mit Bangladesch
AFP

Indiens Premierminister Modi: Historischer Pakt mit Bangladesch


Es ist schon eine seltsam anmutende Situation: Entlang des rund 4000 Kilometer langen Grenzgebietes zwischen Indien und Bangladesch gab es bislang insgesamt 162 Enklaven, in denen Menschen mit jeweils anderer Staatsangehörigkeit lebten. 111 kleine Fleckchen Indiens auf dem Gebiet von Bangladesch, 51 kleine Fleckchen Bangladeschs auf indischer Seite.

Doch damit ist jetzt Schluss. Das indische Parlament hat jüngst einen Vertrag ratifiziert, über den seit 1974 verhandelt wird und der das Land, auf dem die Enklaven liegen, an den jeweiligen Staat zurückgibt. Rund 50.000 Bangladescher und Inder, die zuvor quasi staatenlos waren und keinen Anspruch auf staatliche Leistungen hatten, können nun ihre Staatsbürgerschaft wählen - und wo sie in Zukunft wohnen wollen.

Die Enklaven sind ein Relikt der Kolonialzeit und seitdem ein beständiger Streitpunkt zwischen beiden Ländern. Deren Verhältnis hat sich entscheidend verbessert, seit Bangladeschs Premierminister, Sheikh Hasina, Indien zugesichert hat, die Übergriffe indischer Separatisten von Bangladesch aus zu unterbinden.

Neben dem Vertrag über die Neuregelung der Enklaven sollen zusätzlich auch weitere Abkommen zwischen beiden Ländern zügig unterzeichnet werden, die eine engere Zusammenarbeit in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen regeln.



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