Manmohan Singh Indiens Premier tritt ab und empfiehlt Nachfolger

Der indische Regierungschef Manmohan Singh wird nach den Wahlen im Frühjahr zurücktreten. Der 81-Jährige schlug als Nachfolger einen Spross der Nehru-Gandhi-Familie vor - ein Wahlsieg von dessen Konkurrent Narendra Modi wäre "katastrophal für das Land".

Premier Singh: Rücktritt offiziell verkündet
AFP

Premier Singh: Rücktritt offiziell verkündet


Neu-Delhi - Jetzt ist es offiziell: Indiens langjähriger Premierminister Manmohan Singh will sich nach den bevorstehenden Wahlen aus der Politik zurückziehen. "Ich werde den Stab weiterreichen", sagte der 81-Jährige am Freitag bei einer seltenen Pressekonferenz.

Das gelte auch für den Fall eines Wahlsiegs der regierenden UPA-Allianz unter Führung der Kongresspartei. Er schlug als Nachfolger den Spross der legendären Gandhi-Familie, Rahul Gandhi, vor. Der 43-Jährige sei bestens für eine führende Rolle geeignet. Die Wahlen müssen bis Mai stattfinden. (Lesen Sie hier eine Vorschau auf die Wahlen.)

Singh hatte bereits mehrfach in Aussicht gestellt, nach zwei Amtszeiten nicht erneut als Regierungschef anzutreten.

Gandhi ist der Sohn des ermordeten Premierministers Rajiv Gandhi und der aktuellen Kongress-Parteichefin Sonia Gandhi und der Urenkel des Staatsgründers Jawaharlal Nehru. Umfragen zufolge ist ein Wahlsieg der Kongress-Partei, deren Ansehen durch eine Reihe von Korruptionsskandalen beschädigt wurde, aber eher unwahrscheinlich.

Die Hindu-Nationalisten von der Bharatiya Janata Party (BJP) unter Führung des umstrittenen Politikers Narendra Modi legten zuletzt deutlich zu. Singh warnte jedoch vor einer Amtsübernahme durch Modi. "Es wäre katastrophal für das Land, Narendra Modi als Premierminister zu haben", sagte Singh.

Der Ministerpräsident des Bundesstaats Gujarat hat sich Ansehen durch seine erfolgreiche Wirtschaftspolitik erworben, doch werfen ihm Kritiker vor, mitverantwortlich für die blutigen Ausschreitungen gegen Muslime zu sein, bei denen im Frühjahr 2002 in Gujarat Hunderte Menschen getötet wurden.

fab/AFP/dpa



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