Kaschmir: Indische Grenzschützer töten mehrere Demonstranten

Zusammenstöße in Kaschmir: Neue Gewalt im Ramadan Zur Großansicht
AP/dpa

Zusammenstöße in Kaschmir: Neue Gewalt im Ramadan

Die Lage im umstrittenen indischen Bundesstaat Kaschmir hatte sich zuletzt beruhigt. Doch im islamischen Fastenmonat Ramadan flammt die Gewalt wieder auf. Sicherheitskräfte haben mehrere Demonstranten getötet, die gegen angebliche Koranschändungen protestierten.

Srinagar/Hamburg - Der nordindische Bundesstaat Kaschmir wird von neuen Unruhen erschüttert. Bei einer Kundgebung haben Grenzschützer am Donnerstag mindestens sechs Menschen erschossen. Mehr als 20 weitere Demonstranten wurden nach Angaben von Sicherheitskräften verletzt.

Auslöser der Zusammenstöße soll das angebliche Fehlverhalten von Grenzsoldaten am Mittwochabend gewesen sein. Sie sollen während des Gebets eine Moschee in dem Dorf Dharam betreten und islamische Würdenträger angegriffen haben. Der Vorsteher des Gotteshauses warf den Sicherheitskräften zudem vor, mehrere Koranausgaben beschädigt zu haben. Besondere Brisanz bekommt der Vorfall, weil er sich während des islamischen Fastenmonats Ramadan abgespielt hat. Die Sicherheitskräfte gaben an, sie hätten militante Muslime gesucht.

Am Donnerstag versammelten sich mehrere tausend Muslime in Dharam, um gegen die angebliche Koranschändung zu protestieren. Auch in Srinagar, der Hauptstadt des Bundesstaats, und anderen Orten demonstrierten viele Menschen. Einige Gruppen, die eine Loslösung Kaschmirs von Indien fordern, haben ab Freitag zu dreitägigen Streiks und Protesten aufgerufen. Bereits am Donnerstag blieben in Srinagar viele Geschäfte geschlossen.

In der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Bergregion gibt es immer wieder gewaltsame Zusammenstöße zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Die Lage in der Grenzregion, die seit fast sieben Jahrzehnten zwischen Indien und Pakistan umstritten ist, hatte sich in den vergangenen Jahren beruhigt, doch bleibt das Verhältnis der Bewohner zur Armee gespannt. Indien hat Hunderttausende Soldaten in Kaschmir stationiert, seitdem dort 1989 von Pakistan unterstützte Aufständische zu den Waffen gegriffen hatten. Bislang sind in dem Konflikt nach Schätzungen knapp 70.000 Menschen ums Leben gekommen.

syd/AFP/dpa/AP

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1.
tjivi 18.07.2013
Die Betretung einer Moschee von Sicherheitskräften während des Gebets im Fastenmonat Ramadan ist eine bewußte Provokation, die durch nichts zu entschuldigen ist. Man kann gar nicht so dumm sein, um eine glaubwürdige Rechtfertigung für das Verhalten finden kann.
2. Und Sie glauben das wirklich?
haltetdendieb 18.07.2013
Höret auch die andere Seite.
3. Pfft
humanomaly 18.07.2013
Zitat von tjiviDie Betretung einer Moschee von Sicherheitskräften während des Gebets im Fastenmonat Ramadan ist eine bewußte Provokation, die durch nichts zu entschuldigen ist. Man kann gar nicht so dumm sein, um eine glaubwürdige Rechtfertigung für das Verhalten finden kann.
Solange Islamisten in Moscheen Hass predigen, zu Gewalt aufrufen und gewalttätige Fanatiker Moscheen als Rückzugsraum nutzen, sollten da (und überall auf der Welt) jeden Tag Sicherheitskräfte einmarschieren. Umgekehrt ist ja eher so, dass - einigen! (meiner Meinung nach leider zu vielen) - Muslimen jedes noch so banale Geschehen als Rechtfertigung für gewalttätige Ausschreitungen taugt - und das ist das Verhalten, für das man keine Legitimation finden kann.
4. Religion als Alibi
Sarkasman 18.07.2013
Kener konnte mir bisher erklären, warum ausgerechnet der Islam als Alibi für Gewalt, als Rechtfertigung für Unrecht und Unterdrückung und dauerhaftes Fürdummverkaufen von Millionen so ausgezeichnet taugt. Sie wollen ein Beispiel: "Die Betretung einer Moschee von Sicherheitskräften während des Gebets im Fastenmonat Ramadan ist eine bewußte Provokation, die durch nichts zu entschuldigen ist. Man kann gar nicht so dumm sein, um eine glaubwürdige Rechtfertigung für das Verhalten finden kann." Klar - Ramadan, Moschee, Provokation der Gläubigen, ein Polizist hat aus Versehen eine Seite eines Korans geknickt: Der Mob rast, der Aufstand tobt - oh mein Gott, wo sind wir denn?? Dafür soll ich Verständnis haben? Ich tue mich verdammt schwer damit.
5. Kann man endlich
derbesseredeutsche 18.07.2013
mal die Moslems i frieden lassen! Auf der ganzen Welt wird gegen die Moslems gehetzt und gelogen. Man verlangt von Innen Demokratie und wenn Sie mit Demokratie kommen werden Sie nierdegeputscht. Nicht in jeder Moschee sitzen Hetzer und nicht jeder Moslem ist ein Schläfer oder Terrorist. Manche Kommentare hier sind sehr Rassistisch und da frage ich mich warum der SPON hier nicht einschreitet.
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