Indonesien Fischer retten 700 Flüchtlinge von sinkendem Schiff

Tausende Flüchtlinge treiben vor Indonesien und Malaysia auf dem Meer. Von der malaysischen Marine abgewiesen, sind nun rund 700 Menschen auf einem sinkenden Schiff von Fischern gerettet worden.

Gruppe geretteter Flüchtlinge in Indonesien: Die meisten stammen aus Burma
AFP

Gruppe geretteter Flüchtlinge in Indonesien: Die meisten stammen aus Burma


Vor der Küste Indonesiens sind über 700 Flüchtlinge aus Bangladesch und Burma gerettet worden. Das Flüchtlingsboot sei zuvor von der malaysischen Marine in indonesische Gewässer gedrängt worden, meldet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Polizeichef der Stadt Langsa. Dort begann es zu sinken.

Fischer sichteten die Flüchtlinge in Seenot. Sechs Boote brachten sie nach Langsa an der Ostküste der indonesischen Provinz Aceh. Bislang seien 712 Flüchtlinge gezählt worden, sagte ein Vertreter der Einwanderungsbehörde in Langsa.

Ein weiteres Flüchtlingsboot mit mehreren Hundert Menschen wurde vor der Küste Sumatras abgefangen. Das weitere Vorgehen müsse nun mit dem Außenministerium abgestimmt werden, teilte der Marinesprecher Fuad Basya mit. "Unsere Aufgabe ist es, Schiffe ohne Dokumente daran zu hindern, in unser Staatsgebiet einzudringen, aber wenn es eine humanitäre Notlage gibt, werden wir helfen", sagte der Sprecher.

Tausende Flüchtlinge befinden sich derzeit noch in der Straße von Malakka, zwischen den Küsten Thailands, Malaysias und Indonesiens auf See. Die meisten gehören der muslimischen Rohingya-Minderheit in Burma an.

"Vor den Küsten Südostasiens ereignet sich eine Tragödie", sagte vor wenigen Tagen Meenakshi Ganguly, Direktorin der Südasien-Abteilung von Human Rights Watch, zu SPIEGEL ONLINE. "Die Lage ist hochdramatisch."

Die malaysischen Behörden schickten zuletzt wiederholt Flüchtlingsboote zurück aufs offene Meer. Malaysia könne es sich nicht leisten, weiterhin "nett" zu sein, teilte die Regierung mit.

kry/AFP

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