Surabaya in Indonesien Tote und Verletzte bei Bombenanschlag auf Polizeizentrale

Eine Familie hat auf das Hauptquartier der Polizei im indonesischen Surabaya einen Bombenanschlag verübt: Vier der Attentäter starben, ein achtjähriges Mädchen überlebte. Mindestens zehn weitere Menschen wurden verletzt.

REUTERS

Einen Tag nach den Selbstmordattentaten auf christliche Kirchen im indonesischen Surabaya ist das Polizeihauptquartier der Großstadt zum Anschlagsziel geworden. Bei einer Bombenexplosion am Montagmorgen seien zehn Menschen verletzt worden, hieß es von der Polizei. Es handelt sich demnach um vier Polizisten und sechs Zivilisten.

Auf Videos aus Überwachungskameras ist zu sehen, wie sich zwei Motorräder mit mehreren Personen dem Polizeigebäude nähern. Es handelt sich laut Polizei um die Attentäter. Vier von ihnen seien bei dem Anschlag ums Leben gekommen, sagte Polizeisprecher Frans Barung Mangera. Ein achtjähriges Mädchen, das bei den Attentätern gewesen sei, habe überlebt und sei in ein Krankenhaus gebracht worden.

Auf einer Pressekonferenz gab Polizeichef Tito Karnavian wenig später bekannt, dass es sich bei den fünf Personen um eine Familie handelte.

Bei den Terroranschlägen vom Sonntag waren nach Polizeiangaben mindestens 13 Menschen getötet worden. Die Bomben explodierten kurz vor Beginn der morgendlichen Gottesdienste fast zeitgleich in drei Kirchen der zweitgrößten Stadt des Landes. Dutzende Menschen wurden verletzt.

Die indonesischen Behörden äußerten sich überzeugt, dass die Anschläge von Islamisten begangen wurden, die es gezielt auf Christen abgesehen hatten. Zudem sollen alle Täter aus einer einzigen Familie stammen, darunter zwei neun und zwölf Jahre alte Kinder.

"Feiglinge"

Der Präsident des Landes, Joko Widodo, sprach am Montag davon, dass die "barbarischen und unwürdigen" Anschläge auf das Polizeigebäude und die Kirchen von "Feiglingen" verübt worden seien. Er wolle für ein schärferes Antiterrorgesetz kämpfen.

Die Hafenstadt Surabaya ist mit mehr als 2,6 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des südostasiatischen Inselstaats. Indonesien hat seit mehr als anderthalb Jahrzehnten immer wieder mit islamistischer Gewalt zu tun. Von den mehr als 260 Millionen Einwohnern sind mehr als 85 Prozent muslimischen Glaubens. Katholische und protestantische Christen machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus.

aar/dpa/AP/Reuters



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