Indonesien Mindestens neun Tote nach Explosionen auf Java

Auf der indonesischen Insel Java sind am Sonntagmorgen Sprengsätze in der Nähe von drei Kirchen explodiert. Die Polizei vermutet, dass islamistische Terroristen verantwortlich sind.

Santa-Maria-Kirche in Surabaya
AP

Santa-Maria-Kirche in Surabaya


Bei einer Serie von mutmaßlichen Bombenanschlägen auf christliche Kirchen sind am Sonntag in Indonesien mindestens neun Menschen getötet worden. Mehr als 40 Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt. Die Explosionen ereigneten sich während der sonntäglichen Gottesdienste innerhalb weniger Minuten in der Stadt Surabaya auf der Insel Java. Insgesamt sind drei Kirchen betroffen.

Zu der ersten Explosion kam es gegen 7.30 Uhr Ortszeit in einer katholischen Kirche namens Santa Maria. Die Polizei äußerte die Vermutung, dass es sich dabei um einen Selbstmordanschlag handelte. Im Fernsehen waren Bilder der stark beschädigten Kirche zu sehen. Zeugen berichteten von zahlreichen Opfern.

Kurze Zeit später gab es weitere Explosionen in einer Kirche, die der Pfingstbewegung angehört, sowie in einem protestantischem Gotteshaus. Auch dabei gab es mindestens ein Todesopfer und mehrere Verletzte.

Behörden vermuten IS-Verbindung

Zu der Tat hat sich bisher niemand bekannt. Die Behörden vermuten jedoch, dass islamistische Terroristen verantwortlich sind und dass die Bombenserie das Werk einer Gruppe mit Verbindungen zur Terrormiliz "Islamistischer Staat" (IS) ist.

Ein Sprecher des indonesischen Geheimdienstes NIA machte die Terrorgruppe Jemaat Ansharud Daulah (JAD) verantwortlich. Wawan Purwanto sagte im Fernsehsender Metro-TV, die JAD habe ursprünglich Anschläge auf die Polizei geplant. "Aber weil die Polizei vorbereitet war, haben sie sich jetzt andere Ziele ausgesucht." Erst am Donnerstag war in der Nähe von Jakarta ein Gefängnisaufstand zu Ende gegangen, dabei waren fünf Polizisten gestorben. Bei einem Teil der Häftlinge soll es sich um IS-Anhänger gehandelt haben.

Die Hafenstadt Surabaya ist mit mehr als 2,6 Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des südostasiatischen Inselstaats. Indonesien hat seit mehr als anderthalb Jahrzehnten immer wieder mit islamistischer Gewalt zu tun. Von den mehr als 260 Millionen Einwohnern sind mehr als 85 Prozent muslimischen Glaubens. Katholische und protestantische Christen machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus.

aar/dpa/Reuters



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