INF-Abrüstungsvertrag Russland droht USA mit neuen Mittelstreckenwaffen

Weil Präsident Trump Russland mit dem Ausstieg aus dem INF-Vertrag gedroht hat, will Kremlchef Putin die Produktion von Mittelstreckenwaffen steigern. Er erwägt, den Abrüstungsvertrag auf weitere Staaten auszuweiten.

Wladimir Putin
AP/ Sputnik/ Kremlin

Wladimir Putin


Die Ankündigung der USA, aus dem INF-Abrüstungsvertrag mit Russland auszusteigen könnte, für ein neues Wettrüsten zwischen Moskau und Washington sorgen. Der russische Präsident Wladimir Putin kündigte an, die Waffenproduktion zu steigern, sollten die USA den Abrüstungsvertrag kündigen. Für Russland sei es ein leichtes, landgestützte Waffensysteme für mittlere Entfernungen herzustellen und zu stationieren.

Putin betonte erneut, sein Land verstoße nicht gegen den INF-Vertrag. Er pochte auf den Fortbestand einer vertraglichen Begrenzung atomwaffenfähiger Mittelstreckenraketen. "Was hindert uns daran, Gespräche mit anderen Ländern aufzunehmen, damit diese dem bestehenden Vertrag beitreten oder was hindert uns daran, Voraussetzungen für einen neuen Vertrag zu besprechen", sagte er mit Blick auf die USA.

Seit dem Kalten Krieg haben auch andere Länder Mittelstreckenraketen entwickelt. Da sie nicht zu den Unterzeichnern des INF-Vertrages zählen, sind sie auch keinen Begrenzungen unterworfen. (Lesen Sie hier, was das Ende des INF-Vertrags für Europa bedeuten könnte.)

US-Präsident Donald Trump hatte Ende Oktober den Ausstieg der USA aus dem Vertrag angekündigt. Bisher haben die USA diesen Schritt aber noch nicht formal vollzogen. Besonders die Europäer wollen Russland dazu bewegen, sich wieder an den Vertrag zu halten, um ein nukleares Wettrüsten in Europa zu verhindern.

mfh/Reuters



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