Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Inferno in Kalifornien: Gore macht Klimawandel für Flammenhölle verantwortlich

Der massive Einsatz der Feuerwehr im Kampf gegen das Flammeninferno in Kalifornien zeigt endlich Wirkung: Mehrere der Brandherde konnten eingedämmt werden. Als einen Auslöser für das Drama sieht Nobelpreisträger Al Gore den weltweiten Klimawandel.

Los Angeles/Wien – Nobelpreisträger Al Gore bringt den Klimawandel mit der Feuerkatastrophe in Kalifornien in Verbindung: In Südkalifornien habe es in diesem Jahr weniger als drei Zentimeter geregnet, sagte der frühere US-Vizepräsident in einer Rede in Wien. Die Temperaturen hätten dort in den vergangenen Tagen um zehn Grad höher gelegen als im früheren Durchschnitt. Dazu hätten die starken Winde die Situation zusätzlich verschärft.

Gore lobte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Der Republikaner mache als Krisenmanager in der Brandkatastrophe einen "tollen Job" und setze in klimapolitischer Hinsicht wichtige Akzente. Er habe mit ihm engen Kontakt und sehe Möglichkeiten, über Parteigrenzen hinweg weitere Partner zu finden, um den Klimawandel zu stoppen, sagte Gore, der zu den Demokraten gehört.

Gore warnte bei seiner Rede vor einer "planetaren Notsituation". Das Eis an den Polkappen könnte wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bereits in einer Generation abgeschmolzen sein. Dies sei ein Resultat der vom Menschen verursachten globalen Klimaerwärmung und stelle eine "große Bedrohung für die Zukunft der Menschheit" dar.

Gore gewann in diesem Jahr zusammen mit dem Uno-Weltklimarat (IPCC) den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz im Kampf gegen die globale Klimaerwärmung.

Die Lage im Katastrophengebiet hat sich vier Tage nach Beginn der Waldbrände entspannt. Alle Brände bei Los Angeles konnten nach Angaben der Behörden gelöscht werden. Weiter südlich bedrohte ein Feuer noch mehr als 8000 Häuser im Bezirk San Diego. Die Feuerwehr schöpfte aber Hoffnung aus dem ersehnten Wetterumschwung: Der heiße Ostwind, der die Flammen immer weiter vorangetrieben hatte, flaute endlich ab und soll in den nächsten Tagen kühlerem Meereswind Platz machen.

Der gefürchtete Santa-Ana-Wind erreichte am Mittwoch nur noch Geschwindigkeiten von 30 bis 60 Kilometern in der Stunde. Zu Beginn der Woche waren es bis zu 160 Stundenkilometer gewesen. Damit werde es möglich, die Brandbekämpfung aus der Luft zu verstärken, sagte Heimatschutzminister Michael Chertoff. Hubschrauber und Tankflugzeuge luden am Mittwoch mehr als 30 Wasserladungen auf einen Brand in den San-Bernardino-Bergen ab, der bei Lake Arrowhead mehrere hundert Häuser zerstörte.

Die Brände zerstörten rund 1500 Häuser, davon allein 1200 im Bezirk San Diego. Von dort gab es eine erste Schätzung zu den Sachschäden: Die Behörden gehen davon aus, dass die Verluste nur in diesem Bezirk mindestens eine Milliarde Dollar (700 Millionen Euro) erreichen. Mindestens 500.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen - das ist die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte von Kalifornien. Mehr als 172.000 Hektar Wald- und Buschland wurden verkohlt. Das entspricht einer Fläche, die etwa halb so groß ist wie das Saarland.

Präsident George W. Bush versicherte den Betroffenen, dass sie nicht allein gelassen würden. "Wir sind besorgt um ihre Sicherheit, wir sind besorgt um ihr Eigentum", sagte Bush nach einer Kabinettssitzung. In einigen Regionen konnten die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren, so etwa in den Ortschaften Carlsbad, Chula Vista, Del Mar, Encinitas und Solana Beach.

als/AP/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Lohnt sich Klimaschutz?
insgesamt 1964 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. auf alle Fälle: Die Frage ist nur - für wen...?
atair 24.09.2007
Zitat von sysopGigantische Investitionen, kaum Nutzen: Wie sinnvoll ist der Versuch, die Klimakatastrophe aufhalten zu wollen?
Wieso? Das Geld 'verschwindet' ja nicht im Nirwana --- das wandert nur in andere Taschen. Und für deren Besitzer lohnt es sich unbedingt...
2.
jomeier 24.09.2007
Der Klimaschutz lohnt sich. Z.B. für Al Gore mit seinem CO2-Zertifikate Hedgefond. Und für die Klimawissenschaftler, die bekommen im Dezember mal wieder eine schöne Reise nach Bali von den Stromkunden in den Industrieländern bezahlt. Auch lohnt es sich für Konzern-Projekte, die ohnehin durchgeführt würden (z.B. Staudammbauten, Verwertung vom Gas bei der Ölförderung usw.) die Zuschüsse aus dem CO2-Zertifikate - Handel mitzunehmen. Für uns Bürger lohnt es sich nicht. Wir müssen das alles bezahlen.
3. Lomborg mal wie immer kein Plan!
Albedo4k8, 24.09.2007
Das faengt schon in seiner Problemliste an (in der er mal wie immer die Zusammenhaenge der Probleme nicht kapiert). Die Wasserversorung haengt ziemlich stark mit dem Klimawandel zusammen. Mehr Duerre, mehr Ueberschwemmungen, steigender Wasserspiegel damit Eindrinken von Meersalzwasser in das Suesswasserreservoir. All das wird Einfluss auf die Wasserversorgung haben. Das mit dem Hunger dito Krankheiten dito Aber was unser Lomborg ueberhaupt nicht kapiert wie fast jeder Oekonom (leider) ist die Knappheit von Resourcen insbesondere auf dem Sektor der Energietraeger. Wenn man dort die falschen Weichen stellt dann ist es ziemlich bald aus!
4. Prima Klima
Ingeboorg 24.09.2007
Glasklar ist ja wohl, dass das ganze hysterische Klimageschrei nur die Taschen der Emissionshändler füllen soll. Sparen - ja. Solar- und Windenergie voll nutzen - ja. Aber alles andere ist rausgeschmissenes Geld. Das Klima wandelt schon immer - mit und ohne MENSCH.
5.
LouisWu 24.09.2007
Zitat von sysopGigantische Investitionen, kaum Nutzen: Wie sinnvoll ist der Versuch, die Klimakatastrophe aufhalten zu wollen?
Es gibt keine Klima"katastrophe". Die Temperaturen werden sich ein wenig ändern, wie sie es in der Erdgeschichte schon häufig -und viel stärker- getan haben. Die Menschen haben Zeit genug, sich daran anzupassen, und es wird dabei wie immer Gewinner und Verlierer geben. Der Klima-Aktionismus steht in der schwachsinnigen Tradition der "Tut Buße!"- und "Das Weltenende ist nahe!"-Aufrufe, die es schon immer und zu allen möglichen (und unmöglichen) Anlässen gegeben hat.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Kalifornien: Ein Meer aus Flammen und Rauch
Fotostrecke
Satellitenbilder: Die Ausbreitung des Feuers


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: