Streit mit Japan: China will Inselgruppe mit Drohnen überwachen
Im Insel-Streit zwischen Japan und China ist keine Lösung in Sicht: Peking will unbemannte Flugzeuge zur Überwachung einsetzen. Tokio ist erbost, weil erneut chinesische Schiffe in die Hoheitsgewässer eingedrungen sein sollen. Ein japanischer Spitzendiplomat wurde zu Verhandlungen entsandt.
Tokio/Peking - In der Auseinandersetzung um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer setzt Peking auf den Einsatz von Beobachtungsdrohnen. Ein Pilotversuch mit den unbemannten Fluggeräten am Sonntag sei erfolgreich verlaufen, sagte der Sprecher der staatlichen Meeresverwaltung, Li Mousheng. Mit den Überwachungsflügen will China offenbar seine Präsenz in der Region erhöhen. Japan hatte die Inseln kürzlich von einem privaten Eigner erworben und damit China verärgert, das ebenfalls Anspruch auf die unbewohnten Eilande erhebt. Bis 2015 sollten die Drohnen und Stützpunkte zur Überwachung vollständig einsatzbereit sein, sagte Li.
Im Streit vermitteln soll nun der japanische Vize-Außenminister Chikao Kawai - die Regierung in Tokio hat den Spitzendiplomaten nach Peking entsandt. Zuvor waren nach Angaben der japanischen Küstenwache erneut drei chinesische Patrouillenschiffe in japanische Hoheitsgewässer nahe der in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannten Inseln eingedrungen. Tokio protestierte umgehend und forderte China auf, die Schiffe sofort wieder abzuziehen. Inzwischen hätten alle chinesischen Schiffe das Gebiet verlassen, wie die japanische Küstenwache meldete.
Der Streit hatte sich in den vergangenen Tagen verschärft: Am Freitag waren japanische Aktivisten auf einer der Inseln zu Protesten gelandet. Peking habe Tokio aufgefordert, "umgehend alle Aktionen zu stoppen, die Chinas territoriale Souveränität verletzen", hatten staatliche chinesische Medien am Sonntag gemeldet. Der neu entflammte Streit hatte in China zu massiven antijapanischen Protesten geführt. In dem Gebiet gibt es reiche Fischgründe. Auch werden große Öl- und Gasvorkommen vermutet. Am Sonntag wurde bekannt, dass die chinesische Regierung eine Feier zum 40. Jahrestag der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit Japan abgesagt hat.
Ausgelöst wurden die jüngsten Spannungen durch den Kauf von drei der Inseln durch die japanische Regierung. Tokio hatte damit verhindern wollen, dass die Inseln von japanischen Nationalisten erworben werden. China nannte den Kauf jedoch illegal.
anr/dpa/dapd/AFP
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- Montag, 24.09.2012 – 10:43 Uhr
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japanische Bezeichnung: Senkaku
chinesische Bezeichnung: Diaoyu
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