Internationale Pressestimmen "Bin Ladens Erbe wiegt schwer"

Die Kommentatoren der Zeitungen sind sich einig: Mit dem Tod Osama Bin Ladens ist der weltweite Terror keineswegs besiegt. Trotzdem loben sie die Entschlossenheit des US-Präsidenten und sprechen von einem "gebrochenen Mythos". Lesen Sie die internationalen Pressestimmen.

REUTERS/ TIME Magazine

  • Die konservative britische Zeitung "The Times":

"Die USA werden jetzt ihr Verhältnis zu Pakistan überprüfen müssen. Islamabad hat sich bestenfalls der Duldung schuldig gemacht, schlimmstenfalls war es Komplize. Es wäre unklug, dieser unfähigen Regierung zu trauen. Der Tod Bin Ladens könnte innerhalb seiner Organisation Rivalitäten wecken, besonders wenn sein brutaler und gewalttätiger Komplize Aiman al-Sawahiri sein Nachfolger wird. Doch Al-Qaida hat nicht nur ihren Führer verloren, sondern, und das ist noch wichtiger, ihre Position bei den Muslimen. Den Millionen Menschen, die in der arabischen Welt demonstriert haben, sind Freiheit, Demokratie und Menschenrechte wichtig. Keiner fordert die Wiederherstellung des Kalifats, und der Islam wird diese Perversion überwinden. Auch die übrige Welt wird nach dem Tod Bin Ladens sicherer."

  • Die unabhängige französische Tageszeitung "Le Monde":

"Die USA sind immer noch in zwei Konflikte verwickelt, weil sie glaubten, auf die Anschläge vom 11. September 2001 mit Krieg antworten zu müssen. Im Irak und ganz besonders in Afghanistan. Diese Abenteuer haben die USA militärisch und finanziell erschöpft und ihr Image in der islamisch-arabischen Welt langfristig beschädigt. Obama wird innenpolitisch von der Beseitigung Bin Ladens profitieren können. Dennoch bleibt er im afghanischen Sumpf verstrickt. Und das Erbe wiegt schwer. Al-Qaida hat bewiesen, dass eine kleine Gruppe ein Massenverbrechen verüben kann. Dies hat den Kampf gegen den Terror zur absoluten Priorität gemacht. Diese Besessenheit mit der Sicherheit hat allerdings in den USA, in Europa und anderswo zur Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten geführt."

  • Die linksliberale Pariser Tageszeitung "Libération":

"Al-Qaida hat nicht nur Anschläge verübt. Die Terrororganisation hat auch in Demokratien zu Widersprüchen geführt. Wie sollen sie auf Bewegungen reagieren, die ihren Untergang wollen? Die Regierung Bush hat sich entschieden, den demokratischen Rahmen zu verlassen, mit willkürlichen Gefangennahmen, Folter und Missachtung des internationalen Rechts. Noch heute sind die Folgen dieser Entscheidungen zu tragen, in Guantanamo, im Irak und in Afghanistan. Außerdem wurden die bürgerlichen Freiheiten in nie dagewesener Weise eingeschränkt, und man hat den Brandreden des Krieges der Zivilisationen nachgegeben. Der Tod Bin Ladens ist der eines Gesichts des Terrors. Doch andere bleiben aktiv, nehmen ihn als Beispiel und werden ihn rächen wollen."

  • Die Schweizer "Neue Zürcher Zeitung":

"Nach dem Tod Bin Ladens werden Qaida-nahe Organisationen mehr denn je versuchen, Attentate nicht nur in Pakistan, sondern auch in westlichen Ländern zu begehen. Zudem ist Europa und Amerika eine Bedrohung erwachsen, die mit der Qaida unmittelbar wenig zu tun hat: der "homegrown terrorism" junger Konvertiten und muslimischer Migranten der zweiten Generation, die sich durch das Studium einschlägiger Internetangebote selbst radikalisieren und dann allenfalls eine terroristische Ausbildung in Pakistan absolvieren. Die meisten Anschlagsversuche der letzten Jahre in Europa gingen auf das Konto solcher "Eigengewächse", bei denen es sich oft um isolierte und zuvor unauffällige Einzeltäter handelt. Dies macht die Bekämpfung schwierig. Bin Ladens Saat ist aufgegangen."

  • Die römische Tageszeitung "La Repubblica":

"Mehr als 3000 Tage sind vergangen seit dem furchtbaren Attentat des 11. September 2001. In diesen Jahren war der Mythos gewachsen, dass der Terroristenführer Osama Bin Laden niemals würde gefangen werden können. Dieser Mythos ist nun gebrochen worden: Al-Qaida ist kopflos, ihr Anführer, der dem Okzident den Tod geschworen hatte, ist tot. Dieser Erfolg ist die beste Antwort, die US-Präsident Barack Obama all denjenigen geben konnte, die ihn jüngst nach Nachweisen seines Geburtsortes fragten."

  • Die liberale Tageszeitung "Der Standard" aus Österreich:

"Bin Laden war ein Symbol: Für viele in der arabischen Welt war er ein Idol, für den Westen das Böse schlechthin. Dass Obama ausdrücklich bekräftigt hat, 'dass die USA keinen Krieg gegen den Islam führen und niemals führen werden', war sehr klug. Er versucht einmal mehr, den seit George W. Bush bestehenden Eindruck zu korrigieren, die USA verfolgten einen Religionskrieg oder einen Kampf der Kulturen. Obama hat bei der Verfolgung von Osama Bin Laden viel riskiert, klug agiert und dabei gewonnen."

  • Die liberale dänische Tageszeitung "Politiken":

"Osama Bin Ladens Tod bedeutet kein Ende des internationalen Terrorismus oder Schwächung des religiösen Fanatismus. Hier spielen die derzeitigen Volksaufstände in Nahost eine viel größere und positivere Rolle. Hier ist Bin Laden in Wirklichkeit mattgesetzt worden, denn die beteiligten Menschen haben mit friedlichen Mitteln das erreicht, was Bin Laden nie auch nur annähernd geschafft hat. (...) Eine der wichtigsten Konsequenzen aus seinem Tod kann eine Stärkung von US-Präsident Barack Obama nach der gut vorbereiten und durchgeführten Kommandoaktion sein. Damit würde Bin Laden durch seinen Tod unfreiwillig das stärken, was ihm am fernsten war: Internationale Verständigung und wohlüberlegte Mäßigung."

jok/dpa/AFP

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fyawnym 03.05.2011
1. Ich rieche tote Ratten...
Wo sind die Beweise, dass es wirklich Osama Bin Laden ist, der getoetet wurde? Wieso gibt es Bilder von einem verwuesteten Zimmer mit Blutspuren, aber keine Bilder vom Getoeteten? Warum wurde die Leiche des Getoeteten umgehen nach islamischem Brauch (?) gewaschen und dann von einem amerikanischen Schiff aus ins Meer geworfen? Warum wird nach dem Tod des Mannes, der als Bin Laden genannt wird aber nicht tot gezeigt wird eine DNA Analyse gemacht? Wo sind Bilder von der Frau, die er angelch als Schutzschild benutzt hat? Wieso wird in den USA ein baugleiches Modell der Unterkunft des Getoeteten hergestellt um den Angriff minutioes zu testen und dann ist die Luftwaffe nicht in der Lage den Hubschrauber so zu warten, dass er nicht bei diesem wichtigen Einsatz aus technischen Gruenden vom Himmel faellt? Warum dauert es fast genau bis zum 10jaehrigen Jubilaeum, um Osama Bin Laden zu fassen? Bin ich der einzige, der das Gefuehl hat 1+1=3?
marlow, 03.05.2011
2. jojo
Zitat von fyawnymWo sind die Beweise, dass es wirklich Osama Bin Laden ist, der getoetet wurde? Wieso gibt es Bilder von einem verwuesteten Zimmer mit Blutspuren, aber keine Bilder vom Getoeteten? Warum wurde die Leiche des Getoeteten umgehen nach islamischem Brauch (?) gewaschen und dann von einem amerikanischen Schiff aus ins Meer geworfen? Warum wird nach dem Tod des Mannes, der als Bin Laden genannt wird aber nicht tot gezeigt wird eine DNA Analyse gemacht? Wo sind Bilder von der Frau, die er angelch als Schutzschild benutzt hat? Wieso wird in den USA ein baugleiches Modell der Unterkunft des Getoeteten hergestellt um den Angriff minutioes zu testen und dann ist die Luftwaffe nicht in der Lage den Hubschrauber so zu warten, dass er nicht bei diesem wichtigen Einsatz aus technischen Gruenden vom Himmel faellt? Warum dauert es fast genau bis zum 10jaehrigen Jubilaeum, um Osama Bin Laden zu fassen? Bin ich der einzige, der das Gefuehl hat 1+1=3?
Ich glaube auch das OBL mit Elvis, Hitler und Stalin in der Südsee Beachvolleyball spielt... Das ganze Leben ist eine Verschwörung..tz tz
Trittschall 03.05.2011
3. Nein
Zitat von fyawnymWo sind die Beweise, dass es wirklich Osama Bin Laden ist, der getoetet wurde? Wieso gibt es Bilder von einem verwuesteten Zimmer mit Blutspuren, aber keine Bilder vom Getoeteten? Warum wurde die Leiche des Getoeteten umgehen nach islamischem Brauch (?) gewaschen und dann von einem amerikanischen Schiff aus ins Meer geworfen? Warum wird nach dem Tod des Mannes, der als Bin Laden genannt wird aber nicht tot gezeigt wird eine DNA Analyse gemacht? Wo sind Bilder von der Frau, die er angelch als Schutzschild benutzt hat? Wieso wird in den USA ein baugleiches Modell der Unterkunft des Getoeteten hergestellt um den Angriff minutioes zu testen und dann ist die Luftwaffe nicht in der Lage den Hubschrauber so zu warten, dass er nicht bei diesem wichtigen Einsatz aus technischen Gruenden vom Himmel faellt? Warum dauert es fast genau bis zum 10jaehrigen Jubilaeum, um Osama Bin Laden zu fassen? Bin ich der einzige, der das Gefuehl hat 1+1=3?
Da sind sie beileibe nicht allein. Nur sind die anderen alle bei ich-höre-stimmen.de und ufo-freunde.com Das witzige ist immer, dass Verschwörungstheoretiker immer DIE ANDEREN in der Bringschuld für Beweise sehen und nie sich selbst. Naja wenn morgen ein Osama-Video auftaucht wo er sagt ätsch ich bin noch da, dann nehme ich alles zurück.
das_schwampel 03.05.2011
4. Glauben sie alles?
Zitat von TrittschallDa sind sie beileibe nicht allein. Nur sind die anderen alle bei ich-höre-stimmen.de und ufo-freunde.com Das witzige ist immer, dass Verschwörungstheoretiker immer DIE ANDEREN in der Bringschuld für Beweise sehen und nie sich selbst. Naja wenn morgen ein Osama-Video auftaucht wo er sagt ätsch ich bin noch da, dann nehme ich alles zurück.
Dass sowohl die Ägyptische Presse als auch Al Jazeera bereits Ende 2001 vom Tod Bin Ladens sprachen, gehört das auch zu ufo.de ? Es gibt aus dieser Zeit einige Mitteilungen über seinen Tot. Selbst der CIA sprach bereits 2001 von einem Dialyse Patienten, der es nicht mehr lange machen wird.
stuhlbein93 03.05.2011
5. Verschörungtheorien
---Zitat--- Wieso gibt es Bilder von einem verwuesteten Zimmer mit Blutspuren, aber keine Bilder vom Getoeteten? ---Zitatende--- Die Bilder gibt es mit Sicherheit, nur haben sie in der öffentlichkeit überhaupt nichts zu suchen. Erinnern wir uns mal an den Tod von Sadam Hussain, es hat Kritik gehagelt nach dem Handy Videos öffentlich geworden sind. ---Zitat--- Warum wurde die Leiche des Getoeteten umgehen nach islamischem Brauch (?) gewaschen und dann von einem amerikanischen Schiff aus ins Meer geworfen? ---Zitatende--- Muss man immer unbedingt mehr ärger machen als nötig? Noch mehr Leute verärgern indem sie die Leiche eines "heiligen Kriegers" auch noch schänden. Ganz schlechte Idee! Warum wird er wohl ins Meer geworfen. Stellen sie doch mal eine anfrage am örtlichen Friedhof, vielleicht haben die ja noch ein Grab, welches Land begräbt solch einen Massenmörder? Wollen Sie ganz nebenbei noch eine Pilgerstätte errichten? ---Zitat--- Warum wird nach dem Tod des Mannes, der als Bin Laden genannt wird aber nicht tot gezeigt wird eine DNA Analyse gemacht? Wo sind Bilder von der Frau, die er angelch als Schutzschild benutzt hat? ---Zitatende--- Hatten wir oben schon. ---Zitat--- Wieso wird in den USA ein baugleiches Modell der Unterkunft des Getoeteten hergestellt um den Angriff minutioes zu testen und dann ist die Luftwaffe nicht in der Lage den Hubschrauber so zu warten, dass er nicht bei diesem wichtigen Einsatz aus technischen Gruenden vom Himmel faellt? ---Zitatende--- Darf eigentlich nicht passieren, ist es aber, shit happens wie man so schön sagt. ---Zitat--- Warum dauert es fast genau bis zum 10jaehrigen Jubilaeum, um Osama Bin Laden zu fassen? Bin ich der einzige, der das Gefuehl hat 1+1=3? ---Zitatende--- Oh was für ein wunder, klar man sucht auf der ganzen Welt einen einzigen Menschen zwischen mehr als 6 Milliarden anderen der sicht fast überall verstecken kann. Wenn man alleine bedenkt wie schwer es der Polizei in Deutschland fällt auch nur einen Bankräuber zu finden. Alleine dazu braucht man schon oft mehr als ein halbes Jahr. Zumal wie groß ist bitteschön das risiko was die USA eingeht wenn sie den tot nur vortäuschen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.