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Internationale Reaktionen: USA und Großbritannien zeigen sich besorgt und bestürzt

Die USA haben Israel aufgefordert, an die "Konsequenzen für die Zivilbevölkerung" zu denken. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sprach von "extremer Enttäuschung", Frankreich verurteilte die Bodenoffensive der Israelis, aber auch die Handlungen der Hamas. Großbritannien ist "bestürzt".

Hamburg - Die USA zeigten sich in einer ersten Reaktion "tief besorgt über die humanitäre Situation in Gaza", fügten aber hinzu, dass die Hamas die Menschen in Gaza "als Geiseln halte". Der israelischen Regierung habe die USA mitgeteilt, sie solle "an die potentiellen Konsequenzen für die Zivilbevölkerung denken". Außerdem solle "ein Waffenstillstand so schnell wie möglich eintreten".

Washington arbeite auf eine Feuerpause hin, die "keine Rückkehr zum status quo ante" erlaube, sagte US-Außenamtssprecher Sean McCormack. "Es ist offenkundig, dass dieser Waffenstillstand so schnell wie möglich geschlossen werden muss, aber wir brauchen eine Waffenpause, die dauerhaft und von Bestand ist", ergänzte er.

Nach Ansicht der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft kam die israelische Bodenoffensive gegen die islamistische Hamas im Gaza-Streifen "nicht überraschend". Wie Außenminister Karel Schwarzenberg am Samstagabend in Prag erklärte, erlaube selbst das unbestreitbare Recht eines Staates auf Selbstverteidigung aber keine Aktionen, die im großen Maße die Zivilbevölkerung betreffen. Er rief dazu auf, den Bewohnern des Gaza-Streifens humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Schwarzenberg appellierte an die Konfliktparteien, sich auf eine Feuerpause zu verständigen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon drückte in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsident Ehud Olmert seine "extreme Besorgnis und Enttäuschung" aus. Weiterhin verlangte er ein "sofortiges Ende der israelischen Bodenoffensive in Gaza". Regionale und internationale Partner Isreals rief er auf, ihren Einfluss einzusetzen, um "Blutvergießen und Leiden" zu beenden.

Die britische Regierung hat sich "beunruhigt und bestürzt" vom Beginn der israelischen Bodenoffensive gegen die islamistische Hamas im Gaza-Streifen gezeigt. "Die laufenden Ereignisse zeigen die dringende Notwendigkeit einer Waffenruhe", sagte Außenminister David Miliband am Samstagabend in London. Er verwies zugleich auf die Bemühungen der Europäischen Union um eine dauerhafte Waffenruhe in Nahost und die in den kommenden Tagen bevorstehenden Besuche der EU-Troika und des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy in der Region. "Großbritannien glaubt, dass die Krise im Nahen Osten die ganze Welt etwas angeht", sagte Miliband. Der einzige Weg zu Sicherheit und Gerechtigkeit für Israelis und Palästinenser führe über eine Zwei-Staaten-Lösung.

Nahost-Konflikt
Die Gebiete
Im Grunde dreht sich der Konflikt um das Existenzrecht Israels und die Forderung nach einem eigenen Palästinenserstaat . Es gibt inzwischen palästinensische Autonomiegebiete - den Gaza-Streifen und das Westjordanland . Die Grüne Linie trennt die Gebiete von Israel. Um die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten gibt es immer wieder Streit.
Die Gegner
Dem Staat Israel stehen einzelne Gruppierungen und Institutionen gegenüber: im Gaza-Streifen und Westjordanland die Palästinensische Autonomiebehörde | Hamas | Kassam-Brigaden | Volkswiderstandskomitee (PRC) | PLO | Fatah | Al-Aksa-Brigaden | Islamischer Dschihad | im Libanon die Hisbollah
Geschichte
Frankreich hat die israelische Bodenoffensive genauso wie den andauernden Raketenbeschuss Israels durch die Hamas verurteilt und beide Seiten zu einem Waffenstillstand aufgerufen. "Diese gefährliche militärische Eskalation erschwert die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft und im Besonderen der Europäischen Union und Frankreich sowie der Staaten der Region, die Kämpfe zu beenden, der Zivilbevölkerung sofortige Hilfe zukommen zu lassen und einen dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen", hieß es in einer Mitteilung des französischen Außenministeriums.

fsc/dpa/Reuters/AP

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