SPIEGEL: In Bamako hat vergangene Woche ein Trupp Soldaten Präsident Amadou Toumani Touré gestürzt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Wird die AU das hinnehmen?
Bako-Arifari: In Mali herrschten Demokratie und Rechtsstaat, das Land war eine Hoffnung für den Rest des Kontinents. Diesen Angriff darf Afrika nicht tolerieren. Solange die Junta an der Macht ist, wird automatisch die Mitgliedschaft Malis in der AU und in der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft suspendiert.
SPIEGEL: Damit wollen Sie die Junta zur Aufgabe bewegen?
Bako-Arifari: Zuerst schicken wir eine Delegation, die den Putschisten klar macht, dass wir sie nicht akzeptieren werden. Wenn sie das nicht verstehen und sich nicht zurückziehen, werden wir härter vorgehen.
SPIEGEL: Mit Wirtschaftssanktionen?
Bako-Arifari: Die würden zu langsam greifen. Diese Leute sind Soldaten, die meisten wohl niedere Dienstgrade, Unteroffiziere. Sie glauben, sie haben die dickeren Muskeln. Wir werden erst politischen Druck ausüben, aber notfalls auch militärisch eingreifen.
SPIEGEL: Die bisher eher als zahnlos geltende AU will eine Truppe nach Mali schicken?
Bako-Arifari: Ja, das schließe ich nicht aus. Unterschätzen Sie unsere Entschlossenheit nicht.
Das Interview führte Jan Puhl
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