Vorwahl der Demokraten Glück beim Münzwurf sichert Clinton knappen Vorsprung

Manchmal entscheidet eben doch das Geld die Wahlen - und wenn es nur eine 25-Cent-Münze ist: In drei Wahlkreisen in Iowa bestimmte ein Münzwurf den Sieger beim Caucus der US-Demokraten.

REUTERS

Hillary Clinton und Bernie Sanders liegen bei den Vorwahlen der Demokraten in Iowa praktisch gleichauf. Nur 0,3 Prozentpunkte liegt die ehemalige Außenministerin vor dem Senator aus Vermont.

In einigen Wahllokalen holten beide Kandidaten sogar exakt gleich viele Stimmen. So zum Beispiel in Wahllokal 70 in Polk County. Jeweils 61 Unterstützer von Clinton und Sanders waren in der Turnhalle erschienen. Also musste ein Münzwurf über den Delegierten entscheiden. Der Vertreter des Clinton-Teams entschied sich für Zahl - und hatte Glück. Sanders' Unterstützerin nahm es mit Fassung.

Anderer Saal, ähnliche Szene in West Davenport: Hier kamen beide Kandidaten nach zweimaligem Durchzählen auf jeweils 81 Unterstützer. Wieder musste eine Münze entscheiden - und wieder gewann Clinton.

Und dann war da noch der Wahlbezirk 2-4 in Ames. Dort sollen während der Abstimmungen plötzlich 60 demokratische Wähler das Treffen verlassen haben. Als die Organisatoren dann in einem komplizierten Verfahren die Verteilung der Delegierten berechneten, stand es 4 zu 3 für Clinton - und ein Delegierter blieb offen. Also riefen die Verantwortlichen eine Hotline der Demokraten an - und die riet zum Münzwurf.

Diesmal entschied sich das Clinton-Team für Kopf - und hatte wieder Erfolg. Damit erhielt die ehemalige First Lady in Ames einen weiteren Delegierten.

Die Münzwürfe haben statistisch unterm Strich nur geringe Bedeutung. Sie entschieden in dem komplizierten Wahlsystem über sogenannte County Delegates. Diese werden dann in sogenannte State Delegate Equivalents umgerechnet - gewichtet nach der Beteiligung bei vorangegangenen Wahlen in dem Bezirk. Bei den State Delegate Equivalents liegt Clinton derzeit 701 zu 696 vor Sanders. Ohne ihr Glück beim Münzwurf wäre es aber noch etwas knapper.

Anmerkung: Diese Meldung wurde im letzten Absatz nachträglich ergänzt, die Bedeutung der County Delegates wurde präzisiert.

Ergebnisse der US-Vorwahlen

syd

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insgesamt 41 Beiträge
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merkur08 02.02.2016
1. Das die Clintons gut mit Geld koennen,
ist ja allgemein bekannt. Waere Sanders international nicht so unerfahren waere ich glatt fuer ihn.... So wird es wohl Hillary machen. Und bei der Alternative Trump oder Cruz vielleicht auch besser als Praeident(in)
MarkusH. 02.02.2016
2. sowas geht auch nur in den USA
ich muss das Wahlsystem wirklich mal googeln. man wählt einen Vertreter und der wählt dann einen Kandidaten? und dann ein Münzwurf?
Kekser 02.02.2016
3. Was hat eine Münze
mit dem Ausgang einer Wahl zu tun? Ist doch eher Glückspiel wer Präsident wird und leider hat das nichts mit Kompetenz zu tun. Wer lauter trommeln kann und den größten Etat hat gewinnt.
alex300 02.02.2016
4. Iowa ist erzkonservativ. Der biblische Gürtel
Also, drei Republikaner und zwei Demokraten bleiben im Rennen. Es wird spannend!
angste 02.02.2016
5. Demokratie
Das nenn ich doch mal Demokratie.... Warum lässt man nicht alle Wahlen ausfallen und wirft nur ne Münze, um den nächsten Präsi zu bestimmen (oder wie bei George W. das Gericht entscheiden zu lassen)? Würde Milliarden einsparen.
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