Ergebnis der Republikaner Ted Cruz siegt in Iowa vor Donald Trump

Ein knappes Ergebnis, und Donald Trump nur auf Platz zwei: Bei der Vorwahl der US-Republikaner in Iowa hat der erzkonservative Senator Ted Cruz triumphiert.

AFP

Im US-Präsidentschaftswahlkampf hat Ted Cruz bei den Republikanern die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa für sich entschieden. Auf den Senator aus Texas entfielen die meisten Wählerstimmen. Er verwies Donald Trump auf Platz zwei. Dahinter landete Marco Rubio. Der Senator für Florida gratulierte seinem Parteirivalen Cruz zum "verdienten" Sieg.

Nachdem 99 Prozent der Stimmen ausgezählt waren, lag Cruz bei 27,6 Prozent, Trump bei 24,3 und Rubio bei 23,1 Prozent. Abgeschlagen wurden Ben Carson, Rand Paul und Jeb Bush. Insgesamt waren zwölf republikanische Kandidaten angetreten. Einer von ihnen, Mike Huckabee, stieg nun aus dem Rennen aus. Alle Ergebnisse finden Sie in der Grafik:

Ergebnisse der US-Vorwahlen
Cruz feierte das Ergebnis als "Sieg für engagierte Konservative in Iowa und im gesamten Land". Sein Triumph sei Teil einer größeren Bewegung von Konservativen, die sich gegen das "Washington-Kartell" richte.

Der 45-Jährige studierte Jura an der Harvard Law School, arbeitete als Rechtsreferendar am Obersten Gerichtshof der USA und wurde später Partner in einer texanischen Anwaltskanzlei. 2012 brachte ihn die rechtskonservative Tea-Party-Bewegungin den Senat. Cruz ist gegen Abtreibung und gegen die Homo-Ehe. In der Einwanderungspolitik vertritt er ähnliche Positionen wie Trump. Der hatte unter anderem gefordert, die rund elf Millionen illegal in die USA Eingewanderten aus dem Land zu schaffen und eine Mauer zu Mexiko zu bauen.

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Donald Trump in Iowa: Ausgetrumpt

Bei den Umfragen im Vorfeld der Iowa-Abstimmung hatte Trump noch mit leichtem Vorsprung vor Cruz an der Spitze gelegen. Die Wahl war für den Milliardär extrem wichtig: Ein Sieg hätte ihm als erster Beleg dafür gedient, dass sich seine Popularität tatsächlich in Stimmen niederschlägt. Trumps Niederlage könnte nun Zweifel an seiner Stärke hervorrufen.

Der 69-Jährige gab sich nach Bekanntwerden der Ergebnisse gewohnt selbstsicher. Er gratulierte Cruz und sagte, er fühle sich "sehr geehrt", auf Platz zwei zu liegen. Bei Twitter sorgt das für Erheiterung, da Trump dort einst Profigolfer Walter Hagen mit den Worten zitiert hatte: "Niemand erinnert sich daran, wer auf dem zweiten Platz landete."

Zu Beginn seiner Wahlkampagne sei ihm geraten worden, nicht in Iowa anzutreten, wetterte Trump. Ihm, dem Quereinsteiger in die Politik, seien keine Chancen eingeräumt worden, auch nur unter den Top Ten zu landen. Nun will er nach vorn schauen: Die nächsten Vorwahlen in New Hampshire werde er gewinnen, rief er vor seinen Anhängern in Des Moines. Außerdem werde er als Kandidat der Republikaner aufgestellt werden. "Und wir werden Hillary oder Bernie Sanders oder wen auch immer sie da aufstellen, locker schlagen."

Lesen Sie hier die Analyse unseres US-Korrespondeten Veit Medick zur Vorwahl der Republikaner.

Bei den Demokraten lieferten sich Hillary Clinton und Bernie Sanders in Iowa ein Kopf-an-Kopf-Rennen (die Meldung lesen Sie hier, eine Analyse unseres US-Korrespondenten Marc Pitzke hier).

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Unsere Reporter Veit Medick, Marc Pitzke und Holger Stark berichten vor Ort aus Iowa.

aar/AP/dpa/Reuters

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