Irak Mehr als 20 Menschen sterben bei Doppelanschlag in Bagdad

Die Attentäter zündeten Sprengsätze auf einem belebten Markt in der irakischen Hauptstadt Bagdad: 24 Menschen wurden bei dem Doppelanschlag getötet, Dutzende weitere verletzt.

Zerstörter Markt in Bagdad
AFP

Zerstörter Markt in Bagdad


Zwei Bomben explodierten auf einem Markt, mehrere Läden begannen zu brennen. Ein Doppelanschlag hat am Samstag das Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad erschüttert. 21 Menschen starben. Um die 40 Menschen sind zudem laut Polizei und Ärzten verletzt worden.

Zwei Selbstmordattentäter hätten sich in einem beliebten Einkaufsviertel mitten in der Stadt nacheinander in die Luft gesprengt, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. Die Attentäter hätten Sprengstoffwesten getragen und ihre Bomben in dem Teil des Marktes gezündet, in dem Autozubehör und elektrische Geräte verkauft werden, hieß es weiter. Durch die Explosionen seien mehrere Läden in Brand geraten.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Später veröffentlichte die Terrormiliz "Islamischer Staat" IS im Internet jedoch die Namen der Attentäter und sprach davon, dass zwei "Ritter" in einem Selbstmordeinsatz ein überwiegend von Schiiten belebtes Viertel angegriffen hätten. Die sunnitische Terrormiliz bezeichnet die Schiiten als vom islamischen Glauben Abtrünnige.

Herrschaftsgebiet des IS schrumpft

Der IS hatte in der Vergangenheit bereits zahlreiche Anschläge im ganzen Land verübt. Zumeist richten sie sich gegen Sicherheitskräfte oder mehrheitlich von Schiiten bewohnte Stadtviertel.

Das Herrschaftsgebiet des IS ist in den vergangenen Monaten erheblich geschrumpft. Die Explosionen ereigneten sich, kurz nachdem die irakische Armee die nächste Phase der Rückeroberung der IS-Hochburg Mossul begonnen hatte. Die Streitkräfte versuchen derzeit, den IS aus der Millionenstadt im Norden zu vertreiben.

Am Kampf gegen den IS im Irak soll sich künftig auch die Bundeswehr intensiver beteiligen. Nach SPIEGEL-Informationen will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ab 2017 Soldaten für Ausbildungsprogramme nach Bagdad entsenden. Dort sollen sie ein Programm der Nato zur Ausbildung der irakischen Armee unterstützen. Bisher war die Bundeswehr ausschließlich im relativ ruhigen Norden des Landes rund um die Kurden-Metropole Arbil aktiv.

irb/kgp/dpa/AP/Reuters



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