Irak Mehr als 20 Tote bei Anschlagsserie in Bagdad

Selbstmordattentäter haben sich vor mehreren Regierungsgebäuden in Bagdad in die Luft gesprengt. Mehr als 20 Menschen kamen bei den Anschlägen ums Leben. Ein Sicherheitsmann hatte vergeblich versucht, einen der Angreifer in letzter Sekunde zu stoppen.

Tatort in Bagdad: Anschlagsserie in der "Grünen Zone"
AP/dpa

Tatort in Bagdad: Anschlagsserie in der "Grünen Zone"


Bagdad - Die Attentäter schlugen mitten im Berufsverkehr zu: Bei einer Anschlagsserie in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 24 Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden. Vor dem Außenministerium und auf einem Markt für Fahrzeugzubehör wurden am Mittwochmorgen Autobomben gezündet.

Nahe einem Restaurant sprengte sich zudem ein Selbstmordattentäter in die Luft, wie Sicherheitskräfte und ein Mediziner mitteilten. Alle Anschläge ereigneten sich zur Hauptverkehrszeit in Stadtvierteln, die sowohl von Schiiten als auch von Sunniten bewohnt werden.

Abweichend von den offiziellen Angaben berichteten Augenzeugen, auch die Explosion vor dem Außenministerium sei von einem Selbstmordattentäter herbeigeführt worden. Dagegen konnte ein nahe dem Ölministerium platzierter Sprengsatz von den Sicherheitskräften noch rechtzeitig entschärft werden. Soldaten berichteten, einer ihrer Kollegen habe den Selbstmordattentäter vor dem Restaurant noch in den Klammergriff genommen und so versucht, andere zu schützen. Der Angreifer sprengte sich dennoch in die Luft.

Wut der Sunniten auf Regierungschef Maliki

Zu der Anschlagsserie bekannte sich zunächst niemand. Ähnliche Angriffe gingen in der Vergangenheit oftmals auf das Konto sunnitischer Extremisten wie der Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis).

In der schwer gesicherten "Grünen Zone" der irakischen Hauptstadt rings um das Außenministerium waren in der Vergangenheit schon mehrfach tödliche Attentate verübt worden. Das folgenschwerste ereignete sich im August 2009, als die Explosion eines mit Sprengstoff präparierten Lastwagens dutzende Menschen in den Tod riss und das Ministerium schwer beschädigte.

Im Irak, wo sich Aufständische und Regierungstruppen erbittert bekämpfen, hat die Gewalt seit Anfang 2013 wieder deutlich zugenommen. Angeheizt wird der Konflikt durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien und von der Wut der sunnitischen Minderheit auf die schiitisch dominierte Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Viele Sunniten werfen ihr vor, sie in Politik und Wirtschaft zu benachteiligen.

syd/AFP

insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
degraa 05.02.2014
1.
Und wieder 20 Tote mehr im Namen Allahs.
dieteroffergeld 05.02.2014
2. Und im Namen ...
Tony Blairs und George W. Bush', den Kriegstreibern, denen die dortige bevölkerung das Dauerelend verdankt.
Christ 32 05.02.2014
3. .
ich glaube das ist die Zukunft welche bestenfalls einem demokratischen Syrien droht, wenn Assad abtreten und es freie Wahlen geben würde. Egal wie, Syrien ist längst am A..... , und die EU hat wieder mitgeholfen das ein weiteres blühendes Land wie Afghanistan, Irak oder Libyen entsteht. Man kann über Hussein, Gaddafi oder Assad denken was man will, aber es gab eine öffentliche Ordnung und Extremisten wurden unnachgiebig verfolgt. Genauso wie es jetzt die Armee in Ägypten macht. Die wiederum profitiert davon das den Ägyptern vor Augen gehalten wird was Ihnen blühen könnte wenn sie weiter revoltieren würden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.