Irak Armee beginnt Offensive gegen letzte IS-Gebiete

Im Irak kontrolliert der IS nur noch Wüstengebiete - nun will die Armee die Terroristen auch von dort zurückdrängen. Die iranische Regierung hatte die Miliz bereits vor wenigen Tagen für besiegt erklärt.


Die irakische Armee hat mit einer "Säuberung" der letzten Rückzugsorte von Terroristen der Miliz "Islamischer Staat" (IS) im Westen des Landes begonnen. Das teilte General Abdelamir Jarallah mit. Neben den Regierungstruppen seien auch die Bundespolizei und die paramilitärischen al-Haschd-al-Schaabi-Miliz bei an der Offensive beteiligt. Diese konzentriere sich vor allem auf die Wüstenregion al-Dschasira.

Vergangene Woche erst hatte die Armee die von der IS-Miliz kontrollierte Kleinstadt Rawa im Euphrat-Tal an der syrischen Grenze zurückerobert. Nach Angaben von Experten kontrolliert der IS im Irak jetzt nur noch unbewohnte Wüstengebiete, Wadis und Oasen. (Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht einer Deutschen IS-Unterstützerin.)

Die Terrormiliz hatte 2014 große Teile des Iraks überrannt. Mittlerweile hat sie dort sowie im Nachbarland Syrien nach Angaben der internationalen Anti-IS-Koalition jedoch mehr als 95 Prozent ihres früheren Herrschaftsgebietes verloren. Irakische Regierungstruppen konnten in diesem Jahr unter anderem die IS-Hochburg Mossul im Norden des Landes zurückerobern. Erst vor wenigen Tagen erklärte der iranische Präsident Hassan Rohani die Terrormiliz für besiegt.

Auf der syrischen Seite der Grenze läuft derzeit aber noch eine Anti-IS-Offensive der Regierungstruppen und verbündeter Milizen, um die Dschihadisten aus Albu Kamal zu vertreiben. Die Stadt liegt in der ölreichen syrischen Provinz Deir Essor, die zu einem Viertel vom IS kontrolliert wird. Die Dschihadisten halten zudem Gebiete in den Provinzen Hama und Damaskus sowie im Süden des Landes.

vks/dpa/AFP

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