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Flugblätter mit Warnungen: Iraks Armee bereitet offenbar Angriff auf Ramadi vor 

Mit der irakischen Armee verbündete Kämpfer nahe Ramadi: Angriff sehr wahrscheinlich Zur Großansicht
AFP

Mit der irakischen Armee verbündete Kämpfer nahe Ramadi: Angriff sehr wahrscheinlich

Die Botschaft der Armee-Flugzettel ist klar: Bewohner haben 72 Stunden Zeit, die irakische Stadt Ramadi zu verlassen - mit Ausweispapieren. Offenbar plant Iraks Militär einen Großangriff auf die IS-besetzte Stadt.

Ist das der Auftakt für die entscheidende Offensive zur Rückeroberung von Ramadi? Die irakischen Streitkräfte haben die Bewohner aufgefordert, die von der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) kontrollierte Stadt im Westen des Landes binnen 72 Stunden zu verlassen. Flugzeuge warfen nach Angaben eines Armeesprechers am Sonntag über dem Stadtgebiet Flugblätter mit dem Aufruf ab, auf denen auch sichere Ausfallrouten genannt worden seien.

Zudem seien die Menschen aufgefordert worden, gültige Ausweispapiere mitzuführen. Dies deute darauf hin, dass eine Offensive zur Rückeroberung des Stadtzentrums bevorstehe, sagte ein ranghoher Militär.

In der vergangenen Woche hatten die Streitkräfte Erfolge beim Vormarsch auf Ramadi vermeldet. Die Hauptstadt der Provinz Anbar war im Mai vom IS eingenommen worden. Derzeit haben sich nach irakischen Geheimdienstinformationen noch bis zu 300 IS-Kämpfer im Stadtzentrum verschanzt.

Ein möglicher Erfolg wäre für die Streitkräfte ein wichtiges Signal. Denn bisher ist es ihnen, trotz vieler Ankündigungen, nicht gelungen, das nur rund hundert Kilometer von der Hauptstadt entfernte Ramadi zurückzuerobern.

Zuletzt gab es Ende November eine entsprechende Erklärung, damals waren die Bewohner über das Fernsehen zur Flucht aufgefordert worden. Nach Angaben der Armee versucht der IS jedoch, die Bürger am Aufbruch zu hindern. Laut Augenzeugen sollen die Dschihadisten gedroht haben, all jene zu töten, die aus der Stadt fliehen wollen.

Einem Militärsprecher zufolge betrachten die Terroristen die rund 50.000 Bürger unter ihrer Kontrolle als Geiseln. Demnach mussten Familien, die versuchten, Ramadi zu verlassen, eine Strafe von umgerechnet mehr als 5600 Euro pro Familie an den IS zahlen.

jok/Reuters

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insgesamt 12 Beiträge
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1. offene Fragen über Russlands S-400
Melange 20.12.2015
Israels Luftangriff auf Damaskus mit der Ausschaltung des Hisbollah-Führers wirft nun die Frage auf wie effektiv Russlands hoch gepriesene S-400 Luftabwehr tatsächlich ist, die ja rundum Damaskus in Stellung ist und den Luftraum bis nach Israel und darüber hinaus überwachen kann.
2. Selfie-Kriege
nach-mir-die-springflut 20.12.2015
Kriegsereignisse medial aufzuarbeiten ist natürlich sehr anstrengend, eine quasi Geschichtsschreibung in Echtzeit. Durch die heutigen sozialen Medien wie Youtube und Twitter ist es halbwegs möglich, Ereignisstränge nachzeichnen zu können. Während man sich durch viel Polemik und Propaganda forsten muß. Die russischen Luftangriffe in Syrien erzeugen natürlich auch viele zivile Opfer, so nur ist auch dieser Krieg ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung; ähnlich im Donbass, der von der ukrainischen Armee unter Beschuß genommen wird. Die Wahlen in Mariupol haben einen klaren sieg der pro-russischen Fraktion hervorgebracht, was zeigt, dass Kiew im Osten der Ukraine keinen Stand hat. Beim Krieg mitzufiebern wie beim Sportwettkampf ist daneben, weil zivile Opfer nie gerechtfertigt werden können durch irgendeine Vernünftelei. Wer eine Waffe in die Hand nimmt, mit oder ohne Hoheitsabzeichen am Ärmel, wird automatisch zu einem Kombattanten.
3.
gunpot 20.12.2015
Zitat von MelangeIsraels Luftangriff auf Damaskus mit der Ausschaltung des Hisbollah-Führers wirft nun die Frage auf wie effektiv Russlands hoch gepriesene S-400 Luftabwehr tatsächlich ist, die ja rundum Damaskus in Stellung ist und den Luftraum bis nach Israel und darüber hinaus überwachen kann.
Meines Erachtens beschränkt sich die S-400 Luftabwehr der Russen nur auf deren Stützpunkte in Latakia und Tartous. Was Israel angeht, so soll es laut SPON eine Übereinkunft der Russen mit Israel geben, wonach sich beide Staaten über die jeweiligen Flugbewegungen über Syrien informieren, insbesondere dann, wenn russische Flugzeuge in die Nähe des Golan kommen sollten.
4. wieder einmal steht ein
gunpot 20.12.2015
Angriff der irakischen Truppen auf Ramadi bevor; habe ich doch irgendwann schon einmal gelesen. Es sollen sich 300 IS-Kämpfer in Ramadi befinden. Mal sehen, ob die Iraker wieder zurückgeschlagen werden....
5. Während Russland, Iran, Irak und Kurden gegen IS kämpfen...
mohsensalakh 20.12.2015
Während Russland, Iran, Irak, Hisballah und Kurden gegen IS kämpfen, beschießt Türkei tagtäglich die Opfer des Is nämlich die Kurden und Israel feuert auf Hisballah und Saudis liefern dem IS Waffen und der Westen sorgt für eine sichere Geldverkehr über dem jordanischen Bank und für gute Telefon und Internetverbindung in IS! Wer ist Böse?!
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