Irak Selbstmordattentäter töten 50 Menschen

Mehrere Angreifer haben im Südirak einen Kontrollposten und ein Restaurant angegriffen. Dutzende Menschen starben, Krankenhäuser berichten von mehr als 80 Verletzten. Der IS reklamiert die Taten für sich.


Bei zwei Selbstmordanschlägen im Süden des Irak sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Die Gesundheitsbehörde befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte: Einige der mehr als 80 Verletzen schwebten in Lebensgefahr.

Nach Angaben der Polizei griffen die Attentäter einen Kontrollposten und ein Restaurant in der Stadt Nassirija an. In dem Lokal habe ein Mann eine Sprengstoffweste gezündet. Zugleich hätten drei oder vier weitere Angreifer auf die Menschen geschossen.

Anschließend seien sie in einem Wagen zum Kontrollposten in der Nähe gefahren. Dort sei das Auto explodiert. Aus lokalen Quellen hieß es, die Bewaffneten seien in Richtung der weiter südlich gelegenen Großstadt Basra geflohen.

Unter den Opfern sind nach Polizeiangaben auch mehrere iranische Staatsbürger. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen trugen die Attentäter die Uniform einer schiitischen Miliz.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Taten für sich. "Dutzende Schiiten" seien getötet worden, hieß es in der Erklärung, die über das IS-Sprachrohr der Amaq verbreitet wurde.

Die IS-Miliz verübt fast täglich Anschläge im Irak - die südliche Provinz Si Kar, in der Nassirija liegt, war allerdings bisher von größeren Anschlägen weitgehend verschont geblieben. In der Region leben überwiegend Schiiten. Das Doppelattentat wäre der schwerste IS-Anschlag seit dem Verlust ihrer nordirakischen Hochburg Mossul, die Anfang Juli von der Armee zurückerobert worden war.

brk/Reuters/AFP



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