Truppen bei Mossul Irak stellt Ultimatum für türkischen Rückzug

Die Regierung im Irak ist verärgert über die türkischen Truppen bei Mossul. Innerhalb von 48 Stunden sollen alle Soldaten abgezogen werden, fordert nun Regierungschef Abadi. Andernfalls werde er "alle zur Verfügung stehenden Optionen" nutzen.

Peschmerga-Kämpfer im Nordirak (Archiv): Kampf gegen den IS
AP

Peschmerga-Kämpfer im Nordirak (Archiv): Kampf gegen den IS


Im Streit um die Stationierung türkischer Soldaten im kurdischen Norden des Irak hat die Regierung in Bagdad dem Nachbarland ein Ultimatum gestellt. Ankara müsse alle seine Soldaten innerhalb von 48 Stunden abziehen, forderte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi am Sonntagabend. Wenn dies nicht geschehe, werde er "alle zur Verfügung stehenden Optionen" nutzen. Die türkischen Streitkräfte seien "ohne Billigung und ohne Wissen der irakischen Regierung" ins Land eingedrungen, sagte Abadi.

Vor wenigen Tagen waren im Irak etwa 150 türkische Soldaten mit 20 bis 25 Panzern in der Region um Baschika nördlich von Mossul angekommen. Die Ölstadt wird von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrolliert.

Nach offiziellen türkischen Angaben handelte es sich bei der Truppenbewegung lediglich um eine Rotation innerhalb der Ausbildungsmission der türkischen Armee für kurdische Peschmerga-Kämpfer, die für den Kampf gegen die IS-Miliz ausgebildet würden.

Türkische Medien berichteten aber über eine weitaus umfangreichere Stationierung. "Die Türkei errichtet eine Basis in der Baschika-Region von Mossul mit 600 Soldaten", berichtete beispielsweise die Zeitung "Hürriyet". Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat Ankara angekündigt, vorerst alle Truppenbewegungen einzustellen.

Iraks Regierungschef Abadi steht unter innenpolitischem Druck, nicht noch mehr ausländische Truppenpräsenz im Land zuzulassen. Vor einigen Tagen erklärte er, jegliche Entsendung fremder Truppen auf irakischen Boden werde als "feindlicher Akt" angesehen. Im Zuge der von Washington angeführten Anti-IS-Koalition befinden sich seit dem vergangenen Jahr bereits tausende US-Militärberater im Irak.

Steinmeier in Bagdad gelandet

Am frühen Montagmorgen ist der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zu einem Kurzbesuch in Bagdad eingetroffen. Er versprach dem Irak Unterstützung bei der Bekämpfung des IS. "Die Stabilisierung des Irak ist ebenso wichtig wie die Suche nach einer politischen Lösung für Syrien", sagte Steinmeier nach der Ankunft. Deutschland werde dem Irak "in wahrlich schwierigen und stürmischen Zeiten" zur Seite stehen.

Während seines Besuchs wird Steinmeier unter anderem Abadi und Staatspräsident Fuad Massum treffen.

asc/AFP/Reuters

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