Irak Bombenanschläge auf Moscheen - Muezzin getötet

Bei Bombenanschlägen auf zwei sunnitische Moscheen im Irak sind mehrere Menschen verletzt worden. Der Muezzin eines dritten Gotteshauses wurde ermordet.


Die Anschläge gelten als Reaktion auf die Hinrichtungen Dutzender schiitischer Terrorverdächtiger in Saudi-Arabien. Im Zentrum des Iraks sind am Montagmorgen bei Bombenattentaten auf zwei sunnitische Moscheen mehrere Menschen verletzt worden. Zudem wurde nach Angaben der Behörden der Muezzin einer weiteren sunnitischen Moschee in der Nähe seines Hauses ermordet.

Nach Polizeiangaben explodierte im Morgengrauen in Hilla südlich von Bagdad eine Bombe in der Moschee Ammar bin Jasser. Augenzeugen hätten eine Gruppe uniformierter Männer gesehen, die den Angriff ausführten, sagte ein Polizeisprecher. Demnach wurden durch die Explosion auch zehn umliegende Häuser beschädigt.

In einem Dorf nahe Hilla explodierte bei einem ähnlichen Angriff eine Bombe in der Moschee Al-Fateh. Ärzten zufolge wurden insgesamt drei Menschen verletzt.

In Iskandarija, ebenfalls südlich von Bagdad, wurde laut Polizei der Muezzin einer sunnitischen Moschee in der Nähe seines Hauses in einen Hinterhalt gelockt und erschossen. Iskandarija liegt in einer Region, in der sowohl viele Schiiten als auch Sunniten leben.

Zu den Angriffen bekannte sich niemand. Hinter den Attacken wirddie Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vermutet. Der irakische Premier Haider al-Abadi machte in einer Erklärung "den IS und ähnliche Gruppen für die Anschläge verantwortlich.

In der Region herrschen schwere Spannungen, seit die sunnitische saudi-arabische Regierung am Samstag Dutzende Terrorverdächtige hinrichten ließ, darunter den regierungskritischen schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr. In Teilen des Iraks hatten am Sonntag Schiiten gegen die Exekution protestiert.

heb/dpa/AFP

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