Irak Bombenanschläge und Enthauptungen zum Jahreswechsel

In einer Straße in Bagdad sind zwei enthauptete Leichen gefunden worden. Bei Anschlägen auf die irakische Nationalgarde und die US-Armee kamen mehrere Menschen ums Leben. Südkorea hat den Irak-Einsatz von 3600 Soldaten um ein Jahr verlängert.


Bagdad - Die beiden in einer Straße in der irakischen Hauptstadt gefundenen enthaupteten Leichen konnten von der Polizei noch nicht identifiziert werden. Bei einem Anschlag auf eine Patrouille der Irakischen Nationalgarde bei Mahmudija, 40 Kilometer südlich von Bagdad, kam ein Soldat ums Leben. Sechs weitere wurden verletzt.

Bei einem Einsatz in der westlich von Bagdad gelegenen Provinz Anbar kam bereits gestern ein amerikanischer Soldat ums Leben. Nördlich von Falludscha wurde die Leiche eines irakischen Soldaten gefunden. Bei ihm wurde eine handschriftliche Notiz gefunden mit der Erklärung: "Dies ist das Schicksal für jeden, der mit den Besatzungstruppen kollaboriert."

Zu einem Überfall am Mittwoch, bei dem in Mossul ein US-Soldat ums Leben kam, bekannte sich die Terrorgruppe al-Qaida, die im Irak von Abu Mussab al-Sarkawi angeführt wird.

Angesichts nicht endenden Terrors im Irak vier Wochen vor der Wahl hat der irakische Ministerpräsident Ajad Alawi in ungewöhnlich scharfer Form die Nachbarstaaten dazu aufgerufen, den Zustrom von Aufständischen in den Irak zu stoppen. "Einige Länder beherbergen Leute, die daran beteiligt sind, dem irakischen Volk zu schaden", sagte Alawi im Fernsehen. Er fügte hinzu, seine Regierung habe Kontakt zu den entsprechenden Regierungen aufgenommen und werde ihr Verhalten von den Antworten auf die Anfragen abhängig machen. "Geduld hat Grenzen", sagte Alawi.

Wiedereinführung von Münzen

Die irakische Zentralbank kündigte am Samstag die Wiedereinführung von Münzen an. Das neue Zahlungsmittel mit Nennwerten von 25, 50 und 100 Dinaren kann ab Anfang nächster Woche verwendet werden. Das Münzgeld war 1991 unter Saddam Hussein abgeschafft worden. Damals, unmittelbar nach dem ersten Golfkrieg der USA, hatten Inflationsraten bis 1000 Prozent den Wert des Hartgelds zunichte gemacht.

In letzter Minute beschloss Südkorea an Silvester die Verlängerung seines Irak-Einsatzes um ein weiteres Jahr. Das Parlament in Seoul stimmte mit 161 gegen 63 Stimmen bei 54 Enthaltungen für die Fortdauer der Stationierung von 3600 Soldaten. Das bisherige Mandat lief zum Jahreswechsel ab. Nach den USA und Großbritannien hat Südkorea inzwischen die meisten Soldaten im Irak im Einsatz. Sie sind vor allem in der kurdischen Stadt Erbil stationiert und dort an Wiederaufbauprojekten und medizinischer Hilfe beteiligt.



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