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Bundeswehrmission im Nordirak: Bundeskabinett billigt Entsendung von 100 Soldaten

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU): "Der Einsatz ist verfassungsfest" Zur Großansicht
AP

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU): "Der Einsatz ist verfassungsfest"

Die Bundesregierung hat die Entsendung von bis zu 100 deutschen Soldaten in den Nordirak beschlossen. Die Mission ist umstritten: Die Linksfraktion erwägt eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.

Berlin - Bis zu 100 deutsche Bundeswehrsoldaten sollen in die Kurden-Hauptstadt Arbil in Nordirak geschickt werden. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch ein entsprechendes Mandat.

Deutschland hatte den Kurden in den vergangenen Monaten bereits Waffen geliefert, um sie im Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) zu unterstützen. Eine kleine Zahl Bundeswehrsoldaten bildete die Peschmerga auch bereits aus. Mit dem neuen Mandat soll das Training ausgeweitet werden.

Die Mission ist rechtlich umstritten, weil es sich weder um einen Uno-, noch einen Nato- oder EU-Einsatz handelt. Der Kampf gegen den IS wird von einer losen Allianz von rund 60 Staaten geführt.

Klage in Karlsruhe?

Der Bundestag wird erst 2015 abschließend über das neue Mandat für die Bundeswehr entscheiden. Linksfraktionschef Gregor Gysi hält den geplanten Ausbildungseinsatz im Irak für verfassungswidrig. "Die Bundesregierung kann sich weder auf einen Beschluss der Uno berufen, noch nicht einmal auf einen Beschluss der Nato, sie kann sich nicht auf ein Sicherheitssystem berufen, auf gar nichts", sagte er. Seine Fraktion behalte sich eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht vor. Eine Entscheidung darüber sei aber noch nicht gefallen.

Gysi schlägt vor, kurdische Kämpfer in Deutschland auszubilden. "Dann sollten aber Frauen und Männer aus allen Truppen ausgebildet werden, die in dem gesamten kurdischen Gebiet gegen den 'Islamischen Staat' kämpfen", betonte der Oppositionsführer. Dazu gehörten neben Christen und Jesiden auch die in Deutschland verbotene türkisch-kurdische Arbeiterpartei PKK und die syrische Schwesterpartei PYD.

"Sehr gründlich geprüft"

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wies Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit zurück. "Der Einsatz findet in einem System der kollektiven Sicherheit statt, ist damit verfassungsfest", sagte sie dem "Tagesspiegel". Die Verfassungsressorts hätten das "sehr gründlich geprüft".

Das Grundgesetz lässt nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nur Bundeswehreinsätze in einem "System gegenseitiger kollektiver Sicherheit" zu. Diese Formulierung war ursprünglich auf Nato und Vereinte Nationen gemünzt.

mka/dpa/Reuters/AFP

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Kollektiver Koller der Koalition?
rattengift 17.12.2014
"Das Grundgesetz lässt nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nur Bundeswehreinsätze in einem "System gegenseitiger kollektiver Sicherheit" zu. Diese Formulierung war ursprünglich auf Nato und Vereinte Nationen gemünzt." Schon wieder eine rote Linie überschritten! Es ist erschreckend, wie kriegslüstern Merkel ist, wie v.d.Leyen nach Aufmerksamkeit giert und beide sich nicht das geringste um das Grundgesetz scheren. Und da entrüsten sich Politiker über die Pegida, die offensichtlich den Zorn der Bürger über alle diese Missstände zusammenfasst.
2. Die weiteste Auslegung ...
retterdernation 17.12.2014
des GG. und der Urteile des BVG reichen wohl kaum aus, um diesen Einsatz zu legitimieren. Und aus 100 werden schnell 1000 Soldaten. Denn rund einhundert Soldaten werden kaum in der Lage sein, für Selbstschutz und Ausbildung zu sorgen. Aus Afghanistan nix gelernt. Der IS wird früher oder später diese Einheiten attackieren. Mehr PR geht bei diesen Anschlägen nicht. Unsere armen Soldaten. Die Politik dehnt die Gesetze, eigentlich wie immer!
3. Diese Kriegslüsternheit macht
abrweber 17.12.2014
einen Angst.Hat diese Regierung überhaupt keine Hemmschwelle mehr.
4. Schröder
fritzbiker 17.12.2014
hat uns erfolgreich aus diesem völlig unsinnigen amerikanischem Krieg rausgehalten und der Amipudel Merkel zwingt uns da jetzt rein. Bin ja gespannt, wo sie sonst noch dringenden Bedarf an deutschen Soldaten in der Welt sieht.
5. Auch das
Kohle&Reibach 17.12.2014
bewegt die Menschen. mindestens 60-70% lehnen das ab. Und da wundern die sich noch.
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