Kampf gegen "Islamischen Staat" Bundeswehr fliegt erste Militärausrüstung in den Irak

Das erste Frachtflugzeug mit Helmen, Schutzwesten und Funkgeräten der Bundeswehr ist unterwegs Richtung Irak. Die Ausrüstung wird in Bagdad inspiziert - und geht dann an die kurdischen Kämpfer.

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Berlin - Lange war darüber diskutiert worden, nun ist es soweit: Am Flughafen Leipzig/Halle ist gegen Mitternacht ein erstes Frachtflugzeug mit Militärgütern aus Deutschland Richtung Irak gestartet. An Bord sind rund 4000 Helme und Schutzwesten, 700 Funkgeräte, 680 Infrarot-Nachtsichtzielfernrohre, außerdem Minensonden, Metallsuchgeräte und Werkzeuge für die kurdischen Kämpfer.

Die Frachtmaschine vom Typ Antonow gehört der russischen Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr. Deutsche Soldaten sind nicht an Bord. Das Flugzeug soll am frühen Freitagmorgen in Bagdad landen und dort von Regierungsbehörden inspiziert werden. Nach etwa drei Stunden Aufenthalt soll die Maschine dann weiter nach Arbil fliegen, wo sechs Bundeswehrsoldaten auf sie warten. Sie sollen mit den Vertretern der kurdischen Regionalregierung die Verteilung der Ausrüstung koordinieren.

Die Bundeswehr hatte in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt schon im August mit humanitären Hilfsflügen zur Versorgung von Vertriebenen im Nordirak begonnen.

Der ersten Lieferung von Militärgütern sollen in den nächsten Wochen weitere folgen - mit Panzerfäusten, Gewehren, Handgranaten und Munition. Die Bundesregierung begründete die Rüstungshilfe für die Kurden damit, dass die IS-Kämpfer eine "existenzielle Gefahr" weit über die Grenzen des Irak hinaus darstellten. Die meisten Deutschen lehnen die Waffenlieferung ab.

56 Prozent der Deutschen finden es laut ARD-Deutschlandtrend zwar grundsätzlich richtig, dass die Bundesrepublik sich künftig stärker im Ausland engagieren soll, dennoch lehnen 58 Prozent der Befragten die Waffenlieferung an die Kurden ab.

vet/dpa/afp

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insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
nevertrust 05.09.2014
1. da verstehe noch einer die Welt
da bringt ein russisches Frachtflugzeug deutsches Kriegsgerät in den Irak.
bazingabazinga 05.09.2014
2. Hahaha eine russische Frachtmaschine!
Immer drauf auf Russland. Keine Beweise aber trotzdem Anschuldigungen und Sanktionen. Russland verteufeln aber dann nichtmal in der Lage ohne russische Hilfe Waffen zu liefern... ich lach mich schlapp :-)
Korf 05.09.2014
3. Ein Witz
... und eine russische Frachtmaschine bringt militärisches Material zu den Kurden. Allein dieser Umstand offenbart brillant das dünne Eis, auf dem der Westen globalstrategisch agiert. Ob Kurden oder Russen - es gibt keine Freunde, es gibt keine Feinde. Die, die heute noch beschimpft werden, werden morgen gebraucht, die, die heute noch hofiert werden, werden morgen verdammt. Und der Witz daran ist: Es hat eine bezwingende innere Logik. Und keine Alternative.
danyffm 05.09.2014
4. Warum Waffenlieferungen gegen die IS ablehnen?
In solchen Zeiten ist leider Gleiches mit Gleichem zu beantworten und mit werfen von Wattebäuschen gegen die Radikale IS ist es nicht getan.
egyptwoman 05.09.2014
5.
Naja ob die Geräte wirklich dort ankommen wo sie hinsollen? Warum sollen diese Dinge erst in Bagdad landen? Ach und man hat das ganze mit einer russischen Maschine dorthin geschickt? Dafür sind die Russen dann wohl noch gut genug, ansonsten belegt man sie mit unmengen an Sanktionen.
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