Krise im Irak Deutscher Islamist bei Kämpfen in Mossul getötet

Ein deutscher Islamist, der für die Terrorgruppe "Islamischer Staat" kämpfte, ist offenbar im Nordirak getötet worden. Das berichten kurdische Sicherheitsbeamte SPIEGEL ONLINE.

Aus Arbil berichtet

Kämpfer der Miliz "Islamischer Staat" in Mossul (Archivbild): Viele Ausländer dabei
REUTERS

Kämpfer der Miliz "Islamischer Staat" in Mossul (Archivbild): Viele Ausländer dabei


Arbil - Im Irak ist nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ein deutscher Islamist ums Leben gekommen. Nach Angaben von mehreren kurdischen Sicherheitsbeamten wurde der junge Mann, ein Mitglied der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS), bei Kämpfen rund um die von den IS-Einheiten eroberten Stadt Mossul in Kurdistan getötet.

Der Präsident der unabhängigen Region Kurdistan, Massud Barsani, bestätigte den Tod des Deutschen am Donnerstag bei einem Gespräch mit der deutschen Vizeparlamentspräsidentin Claudia Roth. Seinen Angaben zufolge wurde der deutsche Islamist irgendwann in den letzten Tagen gemeinsam mit anderen ausländischen IS-Kämpfern aus der tschechischen Republik, Libyen und einem Kurden getötet.

Die Angaben über den Tod des Deutschen sind noch lückenhaft. Demnach waren die Kämpfer mit einem von der irakischen Armee erbeuteten Militärfahrzeug vom Typ Hummer unterwegs, als der Wagen nahe der Stadt Mossul von einer Rakete getroffen wurde.

Zwar trug der Deutsche keine Ausweispapiere bei sich, allerdings soll ein Überlebender aus dem Fahrzeug seine Identität bestätigt haben. Präsident Barsani sagte, das Beispiel des Deutschen beweise, dass die Gruppe "Islamischer Staat" zahlreiche Kämpfer aus dem Ausland in ihren Reihen hat. Viele von ihnen sollen aus Libyen, Tschetschenien, aber auch aus Europa und Amerika kommen.

40 Deutsche sollen bereits tot sein

Die deutschen Behörden schätzen, dass seit dem Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als drei Jahren über 400 Islamisten aus Deutschland nach Syrien ausgereist sind. Wie viele von ihnen nun im Irak kämpfen, ist nicht bekannt. Die Terrorfahnder gehen davon aus, dass bis zu 40 Islamisten aus Deutschland bereits in dem Krisengebiet getötet worden sind.

Bereits Ende Juli war im Internet ein Video aufgetaucht, das offenbar einen Selbstmordanschlag eines Islamisten aus Deutschland im Irak zeigt. Die Behörden vermuten, dass es sich bei dem Mann auf den Bildern um einen Islamisten aus Frankfurt handelt, der sich nach seiner Ausreise nach Syrien den IS-Kämpfern angeschlossen hatte.

Einflussgebiet der IS-Miliz (Stand 13. August 2014)
SPIEGEL ONLINE

Einflussgebiet der IS-Miliz (Stand 13. August 2014)



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