Bagdad IS tötet Dutzende Menschen bei Bombenanschlag

Bei einem Bombenattentat in Bagdad sind mindestens 115 Menschen ums Leben gekommen. Zu dem Anschlag bekannte sich die Terrormiliz IS.


Der Terror erschüttert die irakische Hauptstadt: Im Stadtteil Karrada explodierte ein mit Sprengstoff beladener Kühltransporter in der Nähe eines Restaurants. Die Bombe detonierte am Samstagabend, als vor allem junge Leute und Familien wegen der Ramadan-Feierlichkeiten unterwegs waren, um Einkäufe zu erledigen.

Mindestens 115 Menschen starben. Mehr als 170 Menschen erlitten nach Angaben der Behörden bei dem Anschlag Verletzungen. Unter den Toten sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur AP viele Kinder sein.

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Anschlag im Irak: Terror in Bagdad

Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi besuchte wenige Stunden später den Anschlagsort. Er blieb aber nicht lange, da er von wütenden Anwohnern begrüßt wurde, wie die unabhängige Webseite Alsumaria News berichtete. Menschen hätten sogar Steine auf den Konvoi des Premiers geworfen.

Die Extremistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Attentat. Der US-Terrorbeobachtungsstelle Site zufolge erklärten die Terroristen, der Selbstmordanschlag habe sich gegen eine Ansammlung von Schiiten gerichtet. Die sunnitische Terrormiliz sieht Schiiten als Ungläubige an.

Das Attentat trifft den Irak kurz vor dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Es ist der bisher blutigste Anschlag in Bagdad in diesem Jahr.

Zweite Bombe im Norden Bagdads?

Widersprüchliche Angaben gab es zu einer zweiten Explosion im Norden Bagdads, bei der neun Menschen getötet und elf verletzt wurden. Lokale Medien berichteten von der Detonation einer Bombe in dem vor allem von Schiiten bewohnten Stadtteil Al-Schaab. Das Innenministerium erklärte hingegen, in der Gegend sei ein Feuer ausgebrochen und habe eine Explosion in einem Laden ausgelöst.

2014 hatte der IS die Kontrolle über weite Teile des Landes übernommen, zuletzt aber einige Gebiete wieder verloren. Die Regierung hatte im vergangenen Monat erklärt, irakische Truppen hätten das weiter westlich gelegene Falludscha von den IS-Extremisten zurückerobert.

Die Extremisten kontrollieren nach wie vor Mossul, die zweitgrößte Stadt des Iraks, sowie wichtige Landstriche im Norden und Westen des Landes.

heb/AP/Reuters



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