Geiselhaft nach Falkenjagd im Irak Familienmitglieder des Emirs von Katar wieder frei

Eine Jagdpartie im Irak endete 2015 für eine Gruppe aus Katar mit der Gefangennahme durch eine Miliz. Nun sind die Falkenliebhaber wieder auf freiem Fuß - darunter auch Mitglieder der Herrscherfamilie in Doha.

Falkenjad in der Wüste
REUTERS

Falkenjad in der Wüste


Es sollte eine ganz besondere Jagd werden: Im Dezember 2015 reisten mehr als zwei Dutzend Kataris mit ihren Falken in die irakische Wüste. Doch der Trip in den Süden des Iraks endete anders als erwartet. Die Jagdgesellschaft, zu der auch Mitglieder der katarischen Herrscherfamilie gehörten, wurde von einer Miliz gefangen genommen. Nun sind sie wieder frei - fast 16 Monate nach ihrer Entführung.

Über die Umstände der Verschleppung und den Aufenthaltsort der Entführten drang während des gesamten Zeitraums ihrer Gefangenschaft kaum etwas an die Öffentlichkeit. Zu der Geiselnahme hatte sich zudem nie jemand bekannt.

Im schiitisch geprägten Südirak ist eine feindliche Haltung gegenüber den sunnitischen Golfstaaten weit verbreitet. Hintergrund ist die Haltung dieser Länder im syrischen Bürgerkrieg und ihre mutmaßliche Unterstützung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Katar, das Rebellen gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt, wird besonders kritisch gesehen. Die schiitische Regionalmacht Iran unterstützt dagegen Assad.

Die Freilassung der Falkenliebhaber aus dem Emirat erfolgte nun offenbar im Zuge einer unter Vermittlung von Katar und Iran zustande gekommenen Vereinbarung in Syrien zwischen der dortigen Assad-Regierung und den Rebellen.

dop/AP/AFP



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