Irak Fünfjähriger Junge entführt und gehängt

Der kleine Mustafa wurde gerade einmal fünf Jahre alt: Nordöstlich von Bagdad haben Extremisten den irakischen Jungen entführt und gehängt. Die Leiche Mustafas wurde drei Tage nach seinem Verschwinden entdeckt.


Bagdad - Die Tat ist von beispielloser Unmenschlichkeit: Im Irak haben Extremisten einen fünf Jahre alten Jungen entführt und gehängt. Nach Informationen der unabhängigen irakischen Nachrichtenagentur Aswat al-Irak wurde die Leiche des kleinen Mustafa am Dienstag neben einem Krankenhaus in der Stadt Bakuba nordöstlich von Bagdad gefunden. Das Kind war demnach drei Tage zuvor verschleppt worden.

Terror in Bakuba: Die Stadt nordöstlich von Bagdad ist immer wieder Schauplatz von blutigen Attentaten
DPA

Terror in Bakuba: Die Stadt nordöstlich von Bagdad ist immer wieder Schauplatz von blutigen Attentaten

Mustafa sei von religiösen Fanatikern getötet worden, berichtet Aswat al-Irak. Darauf weise die Art und Weise hin, wie der Junge getötet wurde, und die Tatsache, dass die Leiche in einem Viertel gefunden worden sei, das zuvor eine Hochburg der sunnitischen Qaida-Terroristen gewesen sei.

Aswat al-Irak (Stimmen des Irak) gibt es seit November 2004 - es ist die erste unabhängige Nachrichtenagentur, in der nur irakische Journalisten arbeiten. Sie hat Korrespondenten im Land und bezieht Informationen von vier irakischen Zeitungen. Aswat al-Irak wird unterstützt von der Reuters Foundation, dem Uno-Entwicklungsprogramm und der Spanischen Agentur für Internationale Kooperation.

Im Irak wurden seit der US-Invasion von 2003 schon viele Kinder entführt, allerdings fast ausschließlich von Lösegelderpressern.

Unterdessen sind bei einem Selbstmordanschlag auf das Polizeihauptquartier in Mossul im Nordirak am Montagabend mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern waren zwei Kinder, berichtete Aswat al-Irak. Rund 50 Menschen wurden durch die Explosion verletzt. Nach ersten Erkenntnissen hatte ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Auto vor das Polizeihauptquartier gefahren und dort zur Explosion gebracht.

flo/dpa



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