Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Irak: Armee bereitet Großoffensive auf IS-Hochburg Mossul vor

Irakische Armee: Der Angriff soll "sehr bald" beginnen Zur Großansicht
AFP

Irakische Armee: Der Angriff soll "sehr bald" beginnen

Seit Sommer 2014 ist Mossul in der Hand des "Islamischen Staats". Nun will die irakische Armee die Stadt zurückerobern.

In einer großangelegten Offensive eroberte das irakische Militär im Dezember Ramadi zurück. Nun steht die nächste Operation bevor. Die Offensive auf die Hochburg der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) Mossul soll nach Angaben des irakischen Regierungschefs Haider al-Abadi sehr bald beginnen.

"Wir planen, wahrscheinlich im nächsten Monat, eine volle militärische Operation zu starten, um die Stadt wieder einzunehmen", sagte Abadi der Nachrichtenagentur dpa. "In diesem Jahr ist die Zeit gekommen, in der wir Daesh im Irak militärisch ein Ende setzen." Daesh ist die arabische Abkürzung für den IS. Abadi hatte angekündigt, den Irak in diesem Jahr von der Terrormiliz zu befreien.

Die Rückeroberung von Ramadi habe gezeigt, dass die Extremisten den irakischen Sicherheitskräften nicht die Stirn bieten könnten. "Ihr Widerstand ist zusammengebrochen, obwohl sie sehr hart gekämpft haben", sagte Abadi. Das habe der Armee neues Selbstbewusstsein gegeben. Die nordirakische Millionenmetropole Mossul ist seit Sommer 2014 unter der Kontrolle der Terrormiliz. Im Kampf gegen den IS kommt der Stadt eine Schlüsselrolle zu.

Zugleich sprach der irakische Regierungschef sich für eine politische Lösung des syrischen Bürgerkriegs aus. "Syrien ist ein großer Stachel in unserem Kampf", sagte er. Eine politische Lösung des Konflikts werde alle im Kampf gegen den IS vereinen.

Hilfe aus Deutschland erwünscht

Von Deutschland wünscht sich der Politiker Hilfe bei Training und Ausrüstung, um Sprengsätze zu beseitigen, die der IS in großer Zahl benutzt. "Deutschland hat die Expertise und die Ausrüstung", sagte Abadi. Wenn Deutschland zudem die Polizei trainieren könne, dann werde er das begrüßen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Abadi am Donnerstag bei einem Treffen in Berlin einen neuen Kredit über 500 Millionen Euro zugesagt. Er soll dem vom Zerfall bedrohten Irak beim Wiederaufbau helfen. Zu Bitten des Ministerpräsidenten um militärische Hilfe äußerte sich Merkel zurückhaltend. Deutschland unterstützt bereits die nordirakischen Kurden im Kampf gegen den IS militärisch.

Zugleich warf Abadi den europäischen Staaten vor, im Kampf gegen Schmuggler nicht an einem Strang zu ziehen. Es müsse eine konzertierte Aktion geben, die er jedoch nicht erkennen könne. "Ich kann interne Streitigkeiten zwischen den europäischen Ländern sehen darüber, wer für die Flüchtlinge verantwortlich ist", sagte er. "Jeder versucht, das Problem an den anderen weiterzureichen."

Der Irak gehört zu den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge, die nach Europa kommen. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen sind innerhalb des Landes etwa 3,2 Millionen Iraker auf der Flucht. Hinzu kommen etwa 250.000 Flüchtlinge aus Syrien.

brk/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 69 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Timing
Solid 12.02.2016
Bereitet die Armee das nicht seit über einem Jahr vor? Und seit einem Jahr steht die Erstürmung unmittelbar bevor. Eigentlich seit Mossul vom IS überrannt wurde. Insofern hört es sich an wie eine Durchhalteparole.
2. Großoffensive
behemoth1 12.02.2016
Ob bei dieser Großoffensive und der Rückeroberung auch die USA, die ja imgrunde mit die Verursacher dieser Katastrophe sind auch ihre Unterstützung beitragen werden? Der gesamte Nahe Osten ist außer Kontrolle geraten und das gesellschaftliche System ist zusammengebrochen, so dass der IS und andere Gruppen die Länder zerstören und beherrschen können und die Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubt wurden, keiner scheint nun in der Lage zu sein, dort etwas Ruhe hineinzutragen und die Lebensgrundlage wieder herzustellen. Für micht hat die internationale Politik, sowie die Religion versagt, man steht imgrunde da, wo man schon mal im tiefsten Mittelalter war, nichts hat sich an positiven verändert, wir haben nichts dazugelernt, außer, dass die Waffen moderner geworden sind und man damit noch mehr Vernichtung anrichten kann. Dieser Konflikt im Nahen Osten zeigt, dass auch eine entwickelte Menschheit nicht weiter vorangekommen ist.
3. Der Kampf gegen den Daesh, den IS
clearglass 12.02.2016
geht offenbar in eine entscheidende Phase. Es wird sich jetzt zeigen, wer die Feinde dieses Terror-Staates sind und wer der/die Unterstützer dieses Monstrums sind. Es lässt aufhorchen, dass ausgerechnet jetzt, da dieser "Islamische Staat" in die Defensive gerät, ausgerechnet die Türkei und Saudi-Arabien Bodentruppen entsenden wollen. Der Grund ist offensichtlich: Die Türkei, Erdogan will mit aller Macht einen Kurdenstaat verhindern, was dann natürlich ausgeschlossen ist, wenn türkische Truppen diese Gebiete besetzen. Die saudi-arabischen Wahhabiten wollen ihren Brüdern im Geiste clever zur Seite stehen: Ein von Bodentruppen unter saudi-arabischer Führung besetztes bisheriges IS-Gebiet würde zwar den Namen dieser Gebiete ändern, keineswegs Intention und Ziele. Da haben die Russen völlig recht. Das würde die Fortsetzung des IS-Terrors unter neuem Etikett bedeuten mit Ausstrahlungen in die gesamte Welt. Hier sind die Entwicklungen in Nordafrika und auf dem Balkan genannt! Hier sind Vorsicht und Weitsicht gefragt...
4. Was nicht erwähnt wird,
pauli96 12.02.2016
ein wichtiger Verbündeter der Iraker ist mittlerweile Russland. Das wiederum passt aber den Amerikanern nicht: http://www.cbsnews.com/news/us-iraq-chose-between-american-and-russian-airstrikes-in-isis-fight/ Mal sehen, wird spannend.
5. wäre ja mal interresant zu wissen was der irak ...
basecape-man 12.02.2016
für den kredit von deutschland kaufen darfoder muss?oder ist das nur so ein kredit ?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Anzeige

Finanzrat Medienrat Geheimrat Militärrat Hilfsrat für Kämpfer Sicherheitsrat Rechtsrat Schurarat

Für weitere Information zu den neun Räten: Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Boxen in der Grafik.

Führungsrat:

Das Gremium trifft alle wichtigen Entscheidungen im "Islamischen Staat". Alle Beschlüsse des Führungsrats müssen von IS-Chef Baghdadi abgesegnet werden. Zumindest theoretisch können die Mitglieder des Führungsrats den "Kalifen" absetzen.

Schura-Rat:

Besteht aus neun Männern, die in islamischem Recht bewandert sind. Sie beraten den Führungsrat in allen wichtigen militärischen und religiösen Fragen.

Geheimdienstrat:

Sammelt Informationen über innere und äußere Gegner des IS.

Finanzrat:

Ist das Finanzministerium des IS und verfügt über Hunderte Millionen US-Dollar. Der Rat koordiniert den Verkauf von Erdöl und fädelt Waffengeschäfte ein.

Militärrat:

Ist so etwas wie das Verteidigungsministerium des "Islamischen Staats". Der Rat koordiniert den militärischen Vormarsch und die Sicherung des eroberten Territoriums.

Hilfsrat für Kämpfer:

Organisiert die Schleusung ausländischer Kämpfer in den "Islamischen Staat". Der Rat unterstützt die ausländischen Dschihadisten, hilft ihnen unter anderem dabei, Unterkünfte zu finden.

Rechtsrat:

Regelt Familienstreitigkeiten und Verletzungen des islamischen Rechts. Das Gremium entscheidet auch über die Tötung von Geiseln.

Medienrat:

Gibt die offiziellen Mitteilungen des IS heraus. Koordiniert die Propagandakampagnen in den sozialen Netzwerken.

Sicherheitsrat:

Koordiniert die Kontrolle über die eroberten Gebiete, entscheidet über die Errichtung von Checkpoints. Mitglieder des Rats sind auch an der Tötung von Geiseln beteiligt.



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: