Irak Abadi will 2016 alle IS-Kämpfer aus dem Land treiben

Nach der Befreiung Ramadis prophezeit Iraks Premier Abadi für 2016 ein "Jahr der großen Siege" im Kampf gegen den IS. Man werde den Terroristen in seinem Land vollends den Garaus machen.


Die irakische Führung präsentiert sich im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" immer selbstbewusster. Gerade erst hatte das Militär die vollständige Rückeroberung der Großstadt Ramadi aus den Händen der Miliz bekannt gegeben. Nur wenige Stunden später erklärte Regierungschef Haider al-Abadi: 2016 werde man die Dschihadisten aus dem gesamten Land vertreiben.

2015 sei ein "Jahr der Befreiung" gewesen, 2016 werde das "Jahr der großen Siege" sein, sagte Abadi in einer Fernsehansprache. Diese würden dem IS im Irak den Garaus machen.

"Wir werden Mossul befreien", fügte der Ministerpräsident hinzu. Das werde dem "Islamischen Staat" den "tödlichen Stoß" versetzen. Die Dschihadisten hatten die im Erdölgebiet gelegene zweitgrößte Stadt des Landes im Juni 2014 eingenommen. IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi rief dort Teile des Iraks und Syriens als sein umspannendes "Kalifat" aus.

Abadi gratulierte den irakischen Soldaten zur Befreiung Ramadis vom IS. Die Dschihadisten hatten die Stadt im Mai eingenommen. Antiterroreinheiten vertrieben am Sonntag die letzten IS-Kämpfer aus Ramadi. Nach erbitterten Gefechten hissten irakische Soldaten am Montag die Nationalflagge über dem Sitz der Provinzregion von Ramadi. Die Eroberung der Stadt mit rund 300.000 Einwohnern ist ein bedeutender Erfolg des irakischen Militärs.

Steinmeier gratuliert

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte, die Rückeroberung Ramadis zeige einmal mehr, dass der "IS nicht unbesiegbar ist, weder im Irak noch in Syrien". Er versprach auch schnelle Wiederaufbauhilfe. Der französische Präsident François Hollande nannte die Rückeroberung Ramadis eine "entscheidende Etappe" bei der Wiederherstellung der staatlichen Autorität im Irak.

Auch die USA lobten die irakische Armee für die Vertreibung der Terrormiliz "Islamischer Staat" aus Ramadi. Der US-Außenminister John Kerry bedankte sich bei den Truppen, sie hätten mit gewaltigem Mut und Tapferkeit gekämpft.

Der IS hatte die hundert Kilometer westlich von Bagdad gelegene Hauptstadt der Provinz Anbar im Mai erobert. Anfang Dezember eroberte die von Kampfflugzeugen der US-geführten Militärallianz unterstützte Armee mehrere Stadtteile von Ramadi zurück. Am vergangenen Dienstag rückte sie ins Stadtzentrum vor.

kev/AFP/dpa/Reuters

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Teddi 28.12.2015
1. Da atmet man auf
Es erleichtert zu lesen, dass der sogenannte IS jetzt endlich niedergeschlagen wird. Wenigstens "so weit, so gut". Und Abadi will sie ganz aus dem Lande vertreiben. Das ist auch gut, nur wo sollen sie hin? Kein Land will sie haben. Dann sollten sie sich doch am besten bei ihren "arabischen Unterstützern" einnisten, wer immer diese auch sind. Nur ich fürchte, die wollen sie eigentlich auch nicht, denn jeder "Emir" will auch seine Regie nicht verlieren... Man müsste sie in ein Summercamp zur Aufklärung schicken. (Ist aber eher nur witzig gemeint) Andererseits ist eine gründliche Aufklärung wohl das einzige dauerhafte Mittel gegen die Irrwege der Irrenden. Hoffen wir also weiterhin auf das Beste in der Bekämpfung dieser "Geißel der zivilisierten Welt". Es wäre ja auch wirklich nicht logisch, dass so ein Wahn sich auf Dauer ernsthaft durchsetzen könnte.
Reinhold Schramm 28.12.2015
2. 87 Prozent bekennen sich weltweit zum Glauben
Zitat von TeddiEs erleichtert zu lesen, dass der sogenannte IS jetzt endlich niedergeschlagen wird. Wenigstens "so weit, so gut". Und Abadi will sie ganz aus dem Lande vertreiben. Das ist auch gut, nur wo sollen sie hin? Kein Land will sie haben. Dann sollten sie sich doch am besten bei ihren "arabischen Unterstützern" einnisten, wer immer diese auch sind. Nur ich fürchte, die wollen sie eigentlich auch nicht, denn jeder "Emir" will auch seine Regie nicht verlieren... Man müsste sie in ein Summercamp zur Aufklärung schicken. (Ist aber eher nur witzig gemeint) Andererseits ist eine gründliche Aufklärung wohl das einzige dauerhafte Mittel gegen die Irrwege der Irrenden. Hoffen wir also weiterhin auf das Beste in der Bekämpfung dieser "Geißel der zivilisierten Welt". Es wäre ja auch wirklich nicht logisch, dass so ein Wahn sich auf Dauer ernsthaft durchsetzen könnte.
In Deutschland sind nur ein Drittel konfessionsfrei. Weniger als 13 % der Weltbevölkerung bekennt sich heute als Nichtgläubiger. In den USA glauben 90 Prozent an Gott und drei Viertel an den Teufel und die Hölle. Die Zuwächse Gläubiger sind vor allem in den ärmsten Regionen und Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens zu verzeichnen.
bobflag 28.12.2015
3.
Zitat von Reinhold SchrammIn Deutschland sind nur ein Drittel konfessionsfrei. Weniger als 13 % der Weltbevölkerung bekennt sich heute als Nichtgläubiger. In den USA glauben 90 Prozent an Gott und drei Viertel an den Teufel und die Hölle. Die Zuwächse Gläubiger sind vor allem in den ärmsten Regionen und Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens zu verzeichnen.
Wo steht geschrieben der Mensch wäre logisch ? Sie und ich müssen uns damit abfinden. Beunruhigend, aber Tatsache.
observer2014 28.12.2015
4. Tacheles
2016 wird es Zeit Tacheles zu reden. IS-Kämpfe aus dem Irak vertrieben, in Syrien von Putin und Assad weggebomt, im Iran dem Tode geweiht. Als Rückzugsgebiete bleiben dann nur noch die Türkei und Saudi Arabien, wobei ich davon ausgehe, dass weder im Libanon noch in Jordanien IS-Terroristen willkommen sind. Die IS-Terroristen und IS-Schlächter werden in der Türkei Unterschlupf suchen und auch finden. Weil Erdogan die Kurden noch mehr hasst.
redwed11 28.12.2015
5.
Zitat von Reinhold SchrammIn Deutschland sind nur ein Drittel konfessionsfrei. Weniger als 13 % der Weltbevölkerung bekennt sich heute als Nichtgläubiger. In den USA glauben 90 Prozent an Gott und drei Viertel an den Teufel und die Hölle. Die Zuwächse Gläubiger sind vor allem in den ärmsten Regionen und Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens zu verzeichnen.
Dann können Sie bestimmt auch sagen, wie viel Divisionen der Papst hat und wo er mit seinen Kämpfern gerade durch Steinigen, Kopf abschlagen, Hals durchschneiden und anderer netter Methoden versucht Menschen zum wahren Glauben zu bekehren. Für Informationen wäre ich dankbar.
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