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Irak: Hoffnung für deutsche Geiseln

Gute Nachrichten aus Bagdad: Die beiden deutschen Geiseln im Irak sollen nach Informationen des SPIEGEL demnächst freikommen.

Bagdad - Wie deutsche Quellen von Scheich Harith al-Dhari, dem Vorsitzenden des einflussreichen Rates der sunnitischen Gelehrten, erfuhren, sind die Geiseln René Bräunlich, 32, und Thomas Nitschke, 28, unversehrt. Die Deutschen sollten sich keine Sorgen machen, sagte der Geistliche. Die beiden Verschleppten würden freikommen. Wann dies genau geschehen soll, darüber äußerte sich der Scheich nicht.

Die deutsche Botschaft in Bagdad wollte die Informationen nicht kommentieren. Auch das Auswärtige Amt in Berlin wollte sich zu der Nachricht nicht äußern.

Die Techniker wurden vor drei Wochen im Irak entführt. Der Krisenstab in Berlin beschäftigt sich zurzeit mit der Auswertung einer neuen Videobotschaft der Geiselnehmer, die am Montag vom arabischen Sender al-Arabija ohne Ton ausgestrahlt worden war.

Kontakt zu den Entführern der beiden Leipziger, so hieß es zuletzt immer wieder aus dem Krisenstab, gebe es nach wie vor nicht. Staatsminister Gernot Erler vom Auswärtigen Amt sprach aber von einem "Zeichen der Hoffnung", weil es nach über einer Woche wieder ein Lebenszeichen von den Verschleppten gebe.

Bräunlich und Nitschke flehten die Bundesregierung in dem Film um Hilfe an, sagte ein Redakteur des Senders, der das Video mit Ton gesehen hatte. Beide waren gefesselt und knieten in orangefarbenen Overalls am Boden. Die schwarzvermummten Kidnapper sprachen in einer Erklärung von einem "letzten Signal" und drohten erneut mit der Ermordung ihrer beiden Opfer.

Der sunnitische Gelehrtenrat ist bereits des öfteren bei Geiselnahmen in Erscheinung getreten - unabhängig davon, ob es sich um irakische oder ausländische Geiseln gehandelt hat. Er gilt in diesen Fällen als eine der wichtigsten Anlaufstationen.

Am Abend äußerte sich ein Sprecher des Gelehrtenrats zu dem Bericht. Scheich al-Dhari sei missverstanden worden. Er habe bei einem Treffen mit dem deutschen Botschafter in Bagdad lediglich seiner Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die beiden Männer bald freikämen.

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