Kampf gegen Isis-Terroristen Iran verspricht Irak uneingeschränkte Solidarität

Im Kampf gegen die Isis-Dschihadisten bekommt der Irak Unterstützung aus Iran. Man werde alles unternehmen, um sich dem Terror entgegenzustellen, verspricht Präsident Rohani.

Iranisches Militär: Bereit zum Kampf gegen Isis
DPA

Iranisches Militär: Bereit zum Kampf gegen Isis


Teheran/Bagdad - Irans Regime will die irakische Regierung im Kampf gegen die Dschihadistengruppe Isis unterstützen. "Die Islamische Republik wird Gewalt und Terror nicht tolerieren, und wir werden dagegen kämpfen", versprach Präsident Hassan Rohani dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki in einem Telefongespräch. Bagdad habe die uneingeschränkte Solidarität der Führung in Teheran.

"Die iranische Regierung wird alles unternehmen, um sich dem Terror entgegenzustellen und wird nicht zulassen, dass die Unterstützer der Terroristen die Sicherheit und Stabilität des Irak zerstören", sagte Rohani laut einer Mitteilung des Präsidialamts in Teheran. Der Nationale Sicherheitsrat werde in einer Sondersitzung weitere Schritte im Kampf gegen Isis beraten.

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Terror im Irak: Der Vormarsch von Isis
Rohani beauftragte seinen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, alle diplomatischen Einflussmöglichkeiten zu prüfen. Sarif habe bereits Kontakt mit Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und seinen Amtskollegen in der Türkei, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgenommen. Der iranische Chefdiplomat forderte demnach gemeinsame Maßnahmen gegen Isis im Irak.

Vorwürfe an die USA

Der iranische Brigadegeneral Mohammad Reza Naghdi, Kommandeur der paramilitärischen Bassidsch-Milizen, machte indirekt die Vereinigten Staaten für den Aufstieg der Dschihadisten verantwortlich. "Die USA manipulieren diese Terroristen, um den Ruf des Islam und der Muslime zu beschmutzen", sagte Naghdi. Die Bassidsch-Milizen sind eine Abteilung der Revolutionsgarden und damit eine wichtige Stütze des Regimes. Während des Iran-Irak-Kriegs in den achtziger Jahren kämpften Zehntausende Milizionäre gegen den Irak.

Die Regierung in Teheran hat bislang nicht bestätigt, dass jetzt auch iranische Truppen gegen die Dschihadisten im Nachbarland kämpfen. Doch schon seit Jahren rüstet Iran schiitische Milizen im Irak auf und bildet deren Kämpfer aus. Regierungschef Maliki hat die Kampfverbände bereits um Unterstützung gebeten. Die Isis-Dschihadisten betrachten die Schiiten als Ungläubige, die ohne Rücksicht bekämpft werden müssen.

Tags zuvor hatte auch Irans erklärter Erzfeind, die US-Regierung, eine militärische Reaktion auf das Vorrücken der Islamisten ins Spiel gebracht. "Es ist unsere Aufgabe sicherzustellen, dass diese Dschihadisten keinen dauerhaften Halt finden", sagte Präsident Barack Obama.

Derweil ist Isis weiter auf dem Vormarsch. Am Freitag nahmen die Terroristen zwei weitere Städte ein: Dschalula und Sadija. Beide Orte liegen 100, beziehungsweise 120 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad.

      Einflussgebiete der Isis im Irak und Syrien
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Einflussgebiete der Isis im Irak und Syrien

syd/dpa/Reuters

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insgesamt 217 Beiträge
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Seite 1
typomann 13.06.2014
1. Verrückte Welt?
Mit ein bisschen Glück können wir nun erleben dass Amerikaner und Iraner Seite an Seite kämpfen!
abraxas63 13.06.2014
2.
Zitat von sysopDPAIm Kampf gegen die Isis-Dschihadisten bekommt der Irak Unterstützung aus Iran. Man werde alles unternehmen, um sich dem Terror entgegenzustellen, verspricht Präsident Rohani. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-iran-verspricht-hilfe-im-kampf-gegen-isis-terroristen-a-974915.html
Das ist der regionale Flächenbrand, den viele schon 2003 vorausgesehen haben. Und der durch die Destabilisierung Syriens seinen endgültigen Auslöser gefunden hat.
Anzugveraechter 13.06.2014
3. Nun wird interessant
Während Obama noch damit beschäftigt ist den Islamisten zu drohen, wird der Iran bereits aktiv. Damit erhöht sich die ohne bestehende Abhängigkeit der schwachen irakischen Regierung vom Iran. Natürlich kann das Obama nicht recht sein. Aber was will er machen. In der Region steckt seine Regierung in einer Zwickmühle!
ricson 13.06.2014
4.
Na dann werden Iran und USA doch bald beste Kumpel sein. Gemeinsame Feinde sind immer der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
nixda 13.06.2014
5. ha ha der war gut
Zitat von typomannMit ein bisschen Glück können wir nun erleben dass Amerikaner und Iraner Seite an Seite kämpfen!
Würde es Sie wirklich überraschen wenn die Amerikaner die Isis-Terroristen nun mit Waffen versorgen würde? Mich eher wenn sie es nicht tun.
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