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Irak und Syrien: Terrorchef ruft Muslime weltweit zur Einwanderung in sein Kalifat auf

Der Anführer der ISIS-Dschihadisten al-Baghdadi hat sich in einer Audiobotschaft an Muslime weltweit gewandt. Sie sollen beim Aufbau seines islamischen Staats helfen, fordert der selbst ernannte Kalif.

Dschihadisten-Chef Baghdadi: Aufruf an alle Muslime zur Rache Zur Großansicht
DPA Rewards for Justice

Dschihadisten-Chef Baghdadi: Aufruf an alle Muslime zur Rache

Bagdad - Mit einer 19-minütigen Audiobotschaft richtet sich ISIS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi an alle Muslime weltweit: Der Dschihadist fordert sie auf, in die von der Miliz "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (ISIS) eroberten Gebiete zu kommen und beim Aufbau eines islamischen Staats zu helfen. "Muslime, eilt in euren Staat. Ja, es ist euer Staat", rief Baghdadi.

Der Führer der militanten Gruppe wandte sich vor allem an Studenten, Richter, Doktoren, Ingenieure und Menschen mit militärischer und administrativer Expertise. Er rief nach Rache für alles, was Muslimen angetan worden sei. Er rief Kämpfer auf, sich zu rächen. Es gebe in diesem "gesegneten Monat" nichts Besseres, "als den Wandel zu umarmen", sagte Baghdadi in der Botschaft, die online abrufbar ist, und rief zum Dschihad auf.

Am Wochenende hatte ISIS bereits ein Kalifat ausgerufen. Ebenfalls in einer Audiobotschaft verkündete die Organisation die Schaffung dieser vor fast hundert Jahren verschwundenen islamischen Regierungsform.

ISIS veröffentlichte diese Erklärung in mehreren Sprachen - neben Arabisch auch auf Englisch, Russisch, Französisch und Deutsch. Ein Zeichen dafür, dass die Dschihadisten über die Grenzen Syriens und des Irak hinaus an die Macht wollen. Deshalb hat die Gruppe auch ihren Namen offiziell geändert. Künftig heiße es nicht mehr "Islamischer Staat im Irak und in Syrien", sondern nur noch "Islamischer Staat". Baghdadi riefen die Dschihadisten am Sonntag zum Kalifen aus.

Irak und Syrien: Der Konflikt im Überblick
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vek/AP/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 41 Beiträge
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1. Zur Erinnerung
kategorien 01.07.2014
Nur zur Erinnerung: Kalifate und Staaten ernennen sich in den meisten Fällen durchaus selbst. Es gab zuvor viele Kalifate. Es gibt selbst ohne dieses Kalifat konkurrierende Kalifate, selbst, wenn sie nur von einer islamischen Minderheit akzeptiert werden. Mit dem Kalifat verhält sich analog zum Vatikan, in seiner älteren Funktion -- wer einen etwas dürftigen, aber griffigen Vergleich braucht (vgl. Avignon). Nur erinnernd, um der Pressebegeisterung für dieses Thema etwas entgegen zu setzen.
2.
Wolffpack 01.07.2014
Zitat von sysopDPA Rewards for JusticeDer Anführer der ISIS-Dschihadisten al-Baghdadi hat sich in einer Audiobotschaft an Muslime weltweit gewandt. Sie sollen beim Aufbau seines islamischen Staats helfen, fordert der selbsternannte Kalif. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-isis-extremist-laedt-muslime-zu-gemeinsamem-staat-ein-a-978629.html
Ich hät nichts dagegen wenn wir die ganzen Radikalen und Salafisten aus Deutschland dahin fliegen würden, gerne auch auf unsere Kosten. Unter der Bedingung das sie ihre Staatsbürgerschaft und jegliche Rückreiserechte abtreten versteht sich.
3. Oh oh
auweia 01.07.2014
Wenn aufgefordert wird, den Wandel zu umarmen, sollte man eigentlich den Laden verlassen... Aber im Ernst: Sollten sich die radikalen (!) Muslims aller Länder tatsächlich suf die Wanderschaft ins Zweistromland machen, entsteht dort das, was Militärs ein "Target-Rich-Environment" nennen.
4. Das nenne ich mal eine tolle
Berufskritiker 01.07.2014
Zitat von sysopDPA Rewards for JusticeDer Anführer der ISIS-Dschihadisten al-Baghdadi hat sich in einer Audiobotschaft an Muslime weltweit gewandt. Sie sollen beim Aufbau seines islamischen Staats helfen, fordert der selbsternannte Kalif. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-isis-extremist-laedt-muslime-zu-gemeinsamem-staat-ein-a-978629.html
Einwanderungspolitik, ganz nach dem Geschmack der Linken und Grünen! Endlich die Lösung für die Frage wohin mit den Extremisten (teilweise ohne klare Herkunftsstaaten) in Europa, mit der richtigen weltoffenen, friedfertigen, die Menschenrechte und Frauen achtenden, mitfühlenden, Allmosen gebenden Mitmenschen, denen die Weltwirtschaft am A...h vorei geht im Ramadan etc....... Einfach eine saubere Sache ;-) Mal sehen wieviele auf die sozialen Errungenschaften des Westens für ein bisschen Glauben das Handtuch werfen und gehen! Meinen Segen haben sie.....
5. Gute Idee
gisela.schwan 01.07.2014
Am besten wäre es, wenn der sog. Westen seine flächendeckende Realitätsverweigerung aufgäbe und die natürliche Neuordnung des Mittleren Osten zuliesse. Dazu gehört die Schaffung einer selbstbestimmten Heimat für die Kurden und die Trennung von Schiiten und Sunniten wo immer es sich so ergibt. Ins Kalifat einzuwandern und dort produktiv zu sein schlägt auch allemal eine marginalisierte Existenz in einem "sozialen Brennpunkt" Europas. Wo er Recht hat, hat er Recht.
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