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ISIS im Irak: Islamisten überrennen Grenzposten zu Jordanien und Syrien

ISIS im Irak: Der Vormarsch der Dschihadisten Fotos
twitter.com/albaraka_news

Die ISIS-Kämpfer im Irak marschieren weiter vor: Jetzt haben die Islamisten die Grenzen zu Jordanien und Syrien überquert, zudem gibt es Meldungen über grausame Hinrichtungen. Jordanien hat Teile seiner Armee mobilisiert.

Amman/Teheran - Die Situation im Irak wird zusehends kritischer: Dschihadisten der Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (ISIS) haben bei ihrem Vormarsch zwei Grenzposten zu Jordanien und Syrien überrannt, wie unter anderem die britische BBC berichtet. Die Kämpfer haben sich demnach von der westlichen Provinz Anbar aus die Kontrolle über Grenzübergänge zu beiden Nachbarländern erkämpft.

Den Berichten zufolge sind an der syrischen Grenze die Kontrolleure am strategisch wichtigen Grenzübergang al-Walid vor herannahenden ISIS-Kämpfern geflohen. Zudem fiel den Terroristen der irakisch-jordanische Grenzübergang Turaibil in die Hände. Im Norden des Irak kontrollieren sie nun auch den Flughafen in der Stadt Tal Afar, wie die BBC berichtet. Die größte irakische Provinz Anbar soll laut einem Stammesführer bereits zu 90 Prozent von Dschihadisten kontrolliert sein.

Schon am Samstag hatten ISIS-Kämpfer in der Nähe der weiter nördlich gelegenen Grenzstadt al-Kaim die Grenze zu Syrien gesichert, um einen Korridor zu den islamistischen Kämpfern in dem Bürgerkriegsland herzustellen. Jordanien reagierte auf die Entwicklung mit einer Teilmobilmachung seiner Streitkräfte, wie die Nachrichtenagentur dpa meldet: An der Grenze zum Irak habe das Königreich Dutzende Verbände aufgeboten, hieß es demnach aus jordanischen Militärkreisen.

21 Hinrichtungen im Westen des Landes

Indessen gibt es neue Details zum Ausmaß der Gewalt in den von ISIS kontrollierten Gebieten: Aufständische haben in den westirakischen Städten Rawa und Ana laut Offizieren und Ärzten 21 Menschen hingerichtet, meldet die dpa. Bei den Getöteten handelt es sich demnach unter anderem um Stammesführer.

Die irakische Armee hatte sich nach eigenen Angaben aus taktischen Gründen aus beiden Städten zurückgezogen. Die BBC berichtet jedoch davon, dass Soldaten und Polizisten vielerorts das Angebot eines freien Abzugs anzunehmen scheinen - und so ganze Ortschaften ohne Blutvergießen an ISIS-Kämpfer übergeben.

Eine militärische Intervention in dem Konflikt hat US-Präsident Barack Obama in einem Interview mit dem US-Sender CBS erneut abgelehnt. Zuletzt hatten die Hoffnungen auf eine Zusammenarbeit in dem Konflikt zwischen den USA und Iran einen Dämpfer erhalten: Der oberste Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, hatte ein Eingreifen der USA scharf abgelehnt.

Im Irak stehen sich Truppen der nur aus Mitgliedern der schiitischen Bevölkerungsgruppe gebildeten Regierung und die sunnitische ISIS gegenüber. ISIS kämpft für einen grenzüberschreitenden islamistischen Staat im Nahen Osten. Sie hat in den letzten Tagen große Teile des Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht und zuletzt mehrere große Städte erobert. Hunderttausende Iraker flohen vor den Kämpfen.

mxw/Reuters/AP/dpa/AFP

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insgesamt 62 Beiträge
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1. Krücken
PeterLublewski 22.06.2014
Ist es möglich, dass diese paar Krücken überhaupt nicht aufgehalten werden sollen?
2. Wo bleibt denn die Weltpolizei?
wotanswildejagd 22.06.2014
Erst die ganze Region in Unruhe bringen und jetzt sich fein raushalten! Friedensnobelpreis Herrn Obama wieder aberkennen und schnellstens militärisch intervenieren! Leider mittlerweile die einzige Möglichkeit wieder Ruhe in die Region zu bringen, ansonsten droht ein Flächenbrand!
3. Wenn...
mat_yes 22.06.2014
...die USA jetzt nicht reagieren, dann haben wir in einem Jahr einen großen Krieg! Denn wenn die Radikalen, Israel einkreisen, ja angreifen, dann ist der regionlale Atomkrieg am Mittelmeer möglich!
4. Oh Busch , oh Busch Jr....
trienfield 22.06.2014
welche Texasteufel hat euch geritten ? Da entwickelt sich mit Star and Stripes die 8.Weltplage... Betet....
5.
arrache-coeur 22.06.2014
Zitat von sysoptwitter.com/albaraka_newsDie Islamisten im Irak marschieren weiter vor: Jetzt haben die ISIS-Kämpfer die Grenzen zu Jordanien und Syrien überquert, zudem gibt es Meldungen über grausame Hinrichtungen. Jordanien hat Teile seiner Armee mobilisiert. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-isis-kaempfer-ueberschreiten-grenzen-zu-syrien-und-jordanien-a-976764.html
Es läuft also alles wie geplant. Nun sind die Nachschubwege über Jordanien offen.
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