Irak-Konflikt US-Geheimdienste informieren Waffeninspektoren

Die USA versorgen die Inspektoren der Vereinten Nationen mit Geheimdienstinformationen über irakische Waffenprogramme - damit die Kontrolleure künftig "aggressiver und umfassender" arbeiten können. Zugleich verschärfte Chefinspektor Hans Blix seine Kritik an der irakischen Regierung.




Colin Powell: Brisante Informationen für Inspektoren
AP

Colin Powell: Brisante Informationen für Inspektoren

Washington/New York - Wie US-Außenminister Colin Powell der "Washington Post" sagte, wurden die Informationen in den vergangenen Tagen überreicht. Damit könnten die Inspektoren "aggressiver und umfassender" ihrer Arbeit nachgehen. Vor dem Uno-Sicherheitsrat in New York will der Chef der Inspektoren, Hans Blix, heute einen Zwischenbericht ablegen. Aus Uno-Kreisen verlautete, er werde seine Kritik an der irakischen Zusammenarbeit vertiefen.

Einige der brisantesten Daten hielten die USA noch zurück, sagte Powell. "Die Art, wie wir zu diesen Informationen kommen, ist sehr geheim, und wenn man nicht richtig mit ihnen umgeht oder sie falsch einsetzt, könnten wir diese Quelle verlieren." Zunächst wolle man sehen, wie die Uno mit den bislang überreichten Informationen umgehe.

Blix werde bei seinem zweiten Bericht vor dem Sicherheitsrat erneut und in stärkerer Form das Fehlen von Informationen über Iraks biologische und chemische Waffenprogramme bemängeln, hieß es aus Uno-Kreisen. Dazu gehörten Angaben über den Verbleib von 6000 Giftgasbomben. Blix hat wie der Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA), Mohammed al-Baradei, erklärt, die Inspektoren seien noch nicht lange genug im Irak, um eine Aussage über Massenvernichtungswaffen zu machen. Der endgültige Bericht der Inspektoren wird am 27. Januar erwartet.

Australien kündigte am Donnerstag eine Urlaubssperre für Elitesoldaten an. Ministerpräsident John Anderson sprach von einer vorbeugenden Maßnahme, die nicht als ein Zeichen für einen bevorstehenden Krieg gewertet werden dürfe. Betroffen seien nur Einheiten des Special Air Service (SAS). "Wir glauben immer noch, dass ein Krieg vermieden werden kann", sagte Anderson. "Das ist unser Ziel." Die Regierung hat nicht zu Medienberichten Stellung genommen, nach denen Australien sich mit SAS-Soldaten, drei Kriegsschiffen und Kampfflugzeugen an einem Irakkrieg beteiligen würde.



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