Irak-Krieg: Bush bereut Aussagen über Massenvernichtungswaffen

Es gibt da etwas, das er bedauert. Der scheidende US-Präsident Bush räumte im US-Fernsehen Fehler während seiner Amtszeit ein: Die falschen Informationen der US-Geheimdienste zur Lage im Irak. Sie hatten über angebliche Massenvernichtungswaffen berichtet.

Washington - George W. Bush betrachtet die falschen Aussagen zu angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak als größten Fehler seiner Amtszeit. "Am meisten ist während meiner Präsidentschaft das Scheitern der Geheimdienste im Irak zu bedauern", sagte Bush in einem am Montag ausgestrahlten Interview mit dem Sender ABC. "Eine Menge Leute haben ihr Ansehen aufs Spiel gesetzt und gesagt, die Massenvernichtungswaffen sind ein Grund, Saddam Hussein zu entmachten." Er wünschte, die Geheimdienstinformationen wären anders gewesen.

Fehler eingeräumt: George W. Bush wenige Wochen vor Ende seiner Amtszeit
AP

Fehler eingeräumt: George W. Bush wenige Wochen vor Ende seiner Amtszeit

Er wolle nicht darüber spekulieren, ob er den Irak-Krieg auch ohne die falschen Geheimdienstinformationen begonnen hätte, sagte Bush. Bush erklärte, bei seiner Amtsübernahme auf einen Krieg nicht vorbereitet gewesen zu sein. "Ich habe keinen Wahlkampf geführt und gesagt 'Bitte wählt mich, ich bin in der Lage, mit einem Angriff umzugehen.'"

Die Terrorangriffe vom 11. September 2001 hätten ihn unvorbereitet getroffen, sagte der Republikaner aus Texas. Er habe nicht mit einem solchen Anschlag auf amerikanischem Boden gerechnet.

Im Irak starben seit der US-Invasion im März 2003 mehr als 4200 amerikanische Soldaten. Die Konflikte im Irak und in Afghanistan ließen Bush in der US-Öffentlichkeit zunehmend unbeliebter werden. Er übergibt sein Amt am 20. Januar seinem Nachfolger Barack Obama. "Ich werde das Präsidentenamt mit erhobenem Kopf verlassen", sagte Bush.

ler/Reuters/dpa

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