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Irak-Krieg: Bush übernimmt Verantwortung für Falschinformationen

US-Präsident Bush hat erstmals die Verantwortung dafür übernommen, auf Grundlage falscher Geheimdienstinformationen in den Krieg gegen den Irak gezogen zu sein. Es sei aber dennoch notwendig gewesen, den damaligen irakischen Diktator Saddam Hussein zu stürzen.

Washington - Dass die US-Geheimdienste im Vorfeld des Irak-Krieges geschlampt haben, ist nichts Neues. Weder fanden die Uno-Inspekteure oder US-Truppen Massenvernichtungswaffen noch gab es eine Verbindung zwischen al-Qaida und dem Regime von Saddam Hussein.

US-Präsident Bush: "Meine Entscheidung war richtig"
AFP

US-Präsident Bush: "Meine Entscheidung war richtig"

Das gibt jetzt auch der Präsident zu: "Es ist wahr, dass viele der Geheimdienstinformationen sich als falsch herausgestellt haben", sagte Bush heute in seiner vierten und letzten Rede zu den morgen im Irak stattfindenden Parlamentswahlen. "Als Präsident bin ich für die Entscheidung, in den Krieg zu ziehen, verantwortlich." Er sei aber auch dafür verantwortlich, die Fehler zu korrigieren, die zu den Fehlinformationen geführt hätten, indem er die Leistungsfähigkeit der Geheimdienste verbessere. "Und das mache ich gerade", erklärte Bush.

"Meine Entscheidung, Saddam Hussein zu beseitigen, war die richtige Entscheidung", sagte der US-Präsident weiter. "Saddam war eine Bedrohung und dem US-amerikanischen Volk und der Welt geht es besser, weil er nicht mehr an der Macht ist." Die USA seien noch heute im Irak, weil das Ziel immer größer gewesen sei, als nur einen brutalen Diktator zu stürzen. Das Ziel sei, einen freien und demokratischen Irak an seiner Stelle zu hinterlassen, sagte Bush. Und dann wiederholte er sein Mantra: "Wir können und werden den Irak nicht verlassen, bis der Sieg errungen ist."

Einer Umfrage zufolge glaubt die Hälfte der Amerikaner, dass die Vereinigten Staaten bei dem Versuch Boden verlieren, einen Bürgerkrieg im Irak zu verhindern. 53 Prozent sehen die USA auf einem schlechten Weg, die Zahl der zivilen Opfer zu senken. Und fast die Hälfte der vom Pew Research Center für People Press befragten US-Amerikaner ist der Meinung, dass sich die Situation im Irak auch nach der Parlamentswahl nicht groß verändern wird.

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