Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Irak-Krieg: Bush will Ende der Kämpfe verkünden

US-Präsident George W. Bush will angeblich bereits am 1. Mai das Ende der Kampfhandlungen im Irak erklären. Das Ende des Krieges werde dagegen nicht ausgerufen - nicht in der kommenden Woche, vielleicht sogar niemals, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.

US-Präsident Bush: Offizielles Ende der Kampfhandlungen am 1. Mai?
AP

US-Präsident Bush: Offizielles Ende der Kampfhandlungen am 1. Mai?

Washington - Wie am Freitag aus Regierungskreisen in Washington verlautete, will Bush das Ende der Kämpfe am Donnerstag bei einem Besuch heimkehrender Soldaten auf dem US-Flugzeugträger "Abraham Lincoln" offiziell bekannt geben. Der Präsident werde sich aber zunächst noch vom Kommandeur der Irak-Operationen, General Tommy Franks, Bericht erstatten lassen. Einen organisierten Widerstand im Irak gibt es derzeit nicht mehr. Lediglich vereinzelte Widerstandsnester werden noch bekämpft.

Wie aus den hohen Regierungskreisen weiter verlautete, will Bush den Truppenbesuch nutzen, um dem amerikanischen Volk über die erfolgreiche Beendigung der Invasion zu berichten. Auch wolle Bush über die jetzt kommende Phase des Wiederaufbaus sprechen. In den Kreisen wurde aber betont, dass die Rede des Präsidenten noch nicht geschrieben worden sei.

Rumsfeld: Vielleicht niemals offizielles Kriegsende

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte, das Kriegsende werde möglicherweise niemals offiziell erklärt. Man könne nicht sicher sein, dass es ein Ende des Krieges geben werde, sagte Rumsfeld am Freitag in Washington. "Dies ist nicht der Erste oder der Zweite Weltkrieg, die einen Anfang und ein Ende hatten", erklärte der Pentagon-Chef vor Journalisten. "Nehmen Sie Afghanistan. Wir haben uns von großen militärischen Aktivitäten zu einem Punkt bewegt, an dem der Großteil des Landes gesichert und stabilisiert wird."

Verteidungsminister Rumsfeld: Krieg vielleicht nie formell zu Ende
AP

Verteidungsminister Rumsfeld: Krieg vielleicht nie formell zu Ende

Die offizielle Erklärung des Kriegsendes wäre für die USA laut Genfer Konvention mit der Verantwortung verbunden, im Irak eine Besatzungsordnung zu schaffen. Die Frage, ob die USA deshalb auf ein formelles Kriegsende verzichten, beantwortete Rumsfeld mit dem Hinweis auf die noch andauernden Scharmützel im Irak. "Es gibt keinen Versuch, irgendetwas zu verhindern, außer den Tod von noch mehr Menschen", sagte Rumsfeld.

Unterdessen erklärten Pentagon-Mitarbeiter dem US-Nachrichtensender CNN, dass es im Irak immer noch kleinere Gefechte gebe. Nach Angaben von Generalstabschef Richard Myers attackierte am Freitag eine etwa 20- bis 30-köpfige irakische paramilitärische Einheit eine alliierten Patrouille nordwestlich von Mossul. Mehrere Angreifer seien getötet worden.

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: