Irak-Krieg Cheney spricht Saddam von Beteiligung am 11. September frei

"Ich habe nie einen Beweis gesehen" - der ehemalige US-Vizepräsident Cheney hat eingeräumt, dass Saddam Hussein nichts mit den Anschlägen vom 11. September zu tun hatte. Den Irak-Krieg verteidigte er trotzdem als Maßnahme gegen den Terror.


Washington - Die US-Regierung von George W. Bush hatte bei ihren Bürgern den Eindruck erweckt, die angebliche Mitschuld von Saddam Hussein am 11. September 2001 sei ein Grund für den Krieg gegen den Irak gewesen. Doch der frühere Vizepräsident Dick Cheney sagte nun, er gehe nicht davon aus, dass Hussein an der Planung oder Ausführung der Anschläge beteiligt gewesen sei. "Ich glaube nicht und habe nie einen Beweis gesehen, der bestätigt, dass Hussein in den 11. September involviert war", sagte Cheney laut einem Bericht der Website des Nachrichtensenders CNN bei einem Auftritt im National Press Club in Washington.

Ex-US-Vizepräsident Cheney: Keine Beweise für Beteiligung Saddam Husseins an den Anschlägen des 11. September
AFP

Ex-US-Vizepräsident Cheney: Keine Beweise für Beteiligung Saddam Husseins an den Anschlägen des 11. September

"Wir hatten eine Zeitlang solche Berichte, aber sie haben sich schließlich als unwahr herausgestellt", erklärte Cheney. Er verteidigte den Feldzug allerdings trotzdem als Teil des Krieges gegen den Terror: Hussein habe ohne Frage Terroristen Unterschlupf, einen sicheren Hafen und Unterstützung gegeben.

Cheney blieb bei seinem Vorwurf, dass es eine Verbindung zwischen al-Qaida und dem Irak gegeben habe, die zehn Jahre zurück gereicht habe: "Wir wissen es als Tatsache, dass Saddam Hussein ein Sponsor, ein Staatssponsor, des Terrorismus war." Die sei nicht sein Urteil, sondern dass der Geheimdienste und des Außenministeriums. Diese frühere Unterstützung für Terroristen sei nach dem 11. September eine ernsthafte Bedrohung gewesen.

Der frühere US-Vizepräsident Cheney hat in den vergangenen Wochen bei einer Reihe von Reden und Interviews die Sicherheitspolitik der Bush-Regierung verteidigt. "Eine klares Verständnis der Politik, die funktioniert hat, um die USA zu schützen, ist unentbehrlich", begründete Cheney nun seine zahlreichen Auftritte. Er hatte US-Präsident Barack Obama unter anderem für sein Folterverbot bei Verhören und die geplante Schließung des Gefangenlagers Guantanamo kritisiert.

sac



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