Irak-Krieg: Einsatz von Atomwaffen nicht ausgeschlossen

Die US-Regierung schließt den Einsatz von Atomwaffen gegen den Irak ausdrücklich nicht aus. Falls es zu einem Krieg kommt, in dem Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen anwendet, will sich Washington diesen Schritt vorbehalten.

Washington - Diese Haltung bekräftigte der Stabschef im Weißen Haus, Andrew Card, am Sonntag in einem Interview des Senders NBC. Sollte Saddam an den Einsatz von Massenvernichtungswaffen denken, "dann sollte er wissen, dass die USA alle notwendigen Schritte ergreifen werden, um die Welt vor einem Holocaust zu schützen", sagte Card.

Auf die Nachfrage, ob dies auch eine Option auf den Einsatz von Atomwaffen bedeute, sagte Card, er wolle weder etwas auf den Tisch bringen, noch herunter nehmen. "Aber wir haben die Verantwortung sicher zu stellen, dass Saddam Hussein und seine Generäle keine Massenvernichtungswaffen einsetzen." Er betonte zugleich, dass es weiterhin das Ziel von US-Präsident George W. Bush sei, eine militärische Auseinandersetzung mit dem Irak zu vermeiden. Bush wolle keinen Krieg, werde ihn aber nicht scheuen, wenn er unumgänglich werde.

Der Irak bestreitet die US-Vorwürfe, über atomare, biologische oder chemische Waffen zu verfügen. Der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarek Asis sagte am Sonntag dem britischen Fernsehsender Channel 4 auf die Frage, ob er garantieren könne, dass sein Land nicht zuerst chemische oder biologische Waffen einsetzt: "Ja, weil wir diese nicht haben." Asis räumte zugleich ein, dass irakische Truppen mit Schutzgeräten gegen eine chemische oder biologische Kampfführung ausgerüstet würden. Dies sei Teil der Vorbereitungen gegen eine Aggression. Im übrigen verfüge jede Armee über solche Ausrüstungsgegenstände.

Die "Los Angeles Times" hatte am Wochenende berichtet, nach Angaben des Militärexperten William Arkin erwögen die USA den begrenzten Einsatz von Atomwaffen. Ein "atomarer Präventivschlag" solle verhindern, dass Saddam Hussein im Kriegsfall Massenvernichtungsmittel einsetze. Arkin hatte sich laut dem Blatt auf gut informierte Quellen berufen.

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  • Montag, 27.01.2003 – 07:29 Uhr
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