Irak-Krieg: Rumsfeld berichtet von brennenden Ölquellen

Widersprüchliche Angaben über brennende Ölquellen im Süden des Irak. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sind drei bis vier Ölquellen bei Basra möglicherweise von Saddams Truppen in Brand gesetzt worden. Journalisten vor Ort widersprechen den Darstellungen Rumsfelds.

Washington - Laut Rumsfeld gebe es Hinweise, dass die Iraker drei bis vier Ölquellen nahe der Stadt Basra im Süden des Irak in Brand gesetzt hätten. Iraks Ölminister Amir Muhammed dementierte diese Berichte.

Augenzeugen an der kuweitisch-irakischen Grenze hatten zuvor von orangeroten Flammen am Horizont in Richtung des Ölzentrums in Basra berichtet. Sie sprachen außerdem davon, dass sich eine Reihe von Explosionen ereignet habe. Durch die Druckwellen seien die Gebäude in der Gegend erschüttert worden. Die Beobachter befanden sich etwa 13 Kilometer südlich der Grenze zwischen dem Irak und Kuweit.

Diesen Augenzeugenberichten widersprechen die Aussagen zweier Korrespondenten der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe keine Anzeichen von Bränden in den irakischen Ölfeldern nahe der Grenze zu Kuweit, sagte einer der Reuters-Mitarbeiter, der rund 60 Kilometer südwestlich der Hafenstadt Basra stationiert ist. Mit einem weitreichenden Nachtfernglas sei kein Beweis dafür auszumachen, dass Ölquellen in einem Umkreis von mindestens 50 Kilometern in Flammen stünden.

Ein zweiter Korrespondent sagte am gleichen Ort: "Wenn man in Richtung des irakischen Ölfelds al-Rumeila schaut, fällt am Horizont nichts auf, kein Anzeichen eines Brandes." Beide Journalisten sagten jedoch, sie hätten starke Explosionen aus Richtung Basra gehört. Es gebe jedoch keinen Beweis, dass diese von brennenden Ölfeldern herrührten.

Der arabische Satellitensender al-Arabija berichtete, Brände seien auf dem irakischen Ölfeld al-Rumeila in der Region Basra ausgebrochen. Offiziere der 1. US-Marinedivision erklärten, drei Ölquellen im Südirak seien "angezündet" worden. Nähere Einzelheiten nannten sie nicht.

Zuvor hatte es bereits entsprechende Gerüchte an der New Yorker Börse gegeben, die den Ölpreis in die Höhe trieben. Die USA hatten immer befürchtet, dass die Iraker wie im Golfkrieg von 1991 Ölfelder in Brand setzen könnten.

Damals zerstörten irakische Einheiten mehr als 700 Fördertürme und verwandelten die Wüste in eine brennende Öllache, die sieben Monate lang brannte. Rumsfeld sagte, es sei überflüssig darauf hinzuweisen, dass es ein Verbrechen des irakischen Regimes sei, den Reichtum des Landes zu zerstören.

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