Irak Kurden-Regierung soll Jugendliche gefoltert haben

Sie wurden angeblich geschlagen, gefesselt und mit Elektroschocks gequält: Im Nordirak hat die Kurden-Regierung laut dem Bericht einer Menschenrechtsorganisation Minderjährige gefoltert.

Gefängnis im irakischen Mossul
REUTERS

Gefängnis im irakischen Mossul


Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft der Kurden-Regierung im Nordirak die Folter von Minderjährigen vor. Deren Sicherheitskräfte hätten inhaftierte Jugendliche unter anderem am ganzen Körper geschlagen, sie in schmerzhafter Haltung festgebunden und mit Elektroschocks malträtiert, berichtete HRW.

Auf diese Weise sei versucht worden, Geständnisse der Minderjährigen zu erzwingen. Die 14- bis 17-Jährigen wurden demnach unter dem Vorwurf festgehalten, Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gewesen zu sein. Die Folter passiere noch immer in "alarmierender Häufigkeit", sagte HRW-Kinderrechtsexperte Jo Becker.

Die Kurden im Nordirak haben weitgehende Autonomierechte. Sie gehören zu den irakischen Kräften, die den IS in den vergangenen Jahren zurückgedrängt hatten. Dabei wurden die kurdischen Peschmerga-Kämpfer unter anderem von Deutschland durch Ausbildung und Waffen unterstützt. Die kurdische Regionalregierung hat in der Vergangenheit Foltervorwürfe stets zurückgewiesen.

Die Menschenrechtsorganisation hatte nach eigenen Angaben im November vergangenen Jahres mehr als 20 Jungen zwischen 14 und 17 Jahren interviewt, von denen die meisten in Haft sitzen.

als/dpa



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