01. Mai 2013, 15:26 Uhr

Gewalt in Nahost

Mehr als 15 Menschen sterben bei Anschlägen im Irak

Kein Ende der Gewalt in Sicht: Im Irak sind erneut viele Menschen bei Bombenanschlägen ums Leben gekommen. Regierungschef Nuri al-Maliki kündigte ein entschiedenes Vorgehen gegen bewaffnete Milizen an.

Istanbul/Bagdad - Bei Bombenanschlägen im Irak sind am Mittwoch mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen, wie Ärzte und Polizei mitteilten. In der Nähe der Stadt Falludscha sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss sechs Menschen mit in den Tod. Auch im Norden Bagdads, in Ramadi und in Baiji starben Menschen durch Anschläge, unter ihnen auch sechs Polizisten.

Damit setzt sich eine Eskalation der Gewalt fort, die schon in den vergangenen Tagen für viele Opfer gesorgt hatte. Das Land steht kurz davor, in einen Bürgerkrieg gerissen zu werden. Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki kündigte ein massives Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen an.

Bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Bagdad sagte der Ministerpräsident, dass jeder, der sich an der Bildung von Milizen beteilige, zur Rechenschaft gezogen werde, wer immer er auch sei. Andernfalls würden die Milizen das Land zurückwerfen.

Der Machtkampf zwischen den sunnitischen und schiitischen Muslimen im Irak spitzt sich weiter zu. Seit Monaten demonstrieren Sunniten gegen die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Maliki. In der vergangenen Woche eskalierte die Lage: Rund 55 Menschen wurden getötet, als das Militär ein Lager von Demonstranten in der sunnitischen Enklave al-Howaidscha bei Kirkuk stürmten. Seitdem gab es eine Reihe Angriffe auf Sicherheitskräfte und Regierungsgebäude.

International kritisiert wurden derweil die jüngsten Einschränkungen der Pressefreiheit. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärte am Dienstag, das von der Regierung am Sonntag gegen zehn Fernsehsender verhängte Berichterstattungsverbot verstoße gegen irakische Gesetze.

sto/AP/Reuters/dpa


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