Anschlagsserie: Mehr als 35 Tote bei Attentaten im Irak

Anschlag in Bagdads Stadtteil Kadhimija: Attentat auf dem Vogelmarkt Zur Großansicht
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Anschlag in Bagdads Stadtteil Kadhimija: Attentat auf dem Vogelmarkt

Ziel der Anschläge waren von Schiiten bewohnte Orte. Bei der blutigsten Anschlagsserie im Irak seit November sind mehr als 35 Menschen getötet worden.

Bagdad - Blutiger Freitag im Irak: Bei sechs Bombenanschlägen kamen mindestens 35 Menschen ums Leben. Die Attentate ereigneten sich in Städten und Regionen, die überwiegend von Schiiten bewohnt werden.

Zwei Autobomben explodierten nach Angaben aus Sicherheitskreisen an einem beliebten Vogelmarkt im Bagdader Stadtteil Khadimija. Bei den Detonationen wurden mindestens 19 Menschen in den Tod gerissen. 42 weitere Passanten wurden verletzt. In der Stadt Schomali in der ebenfalls von Schiiten dominierten Provinz Babil südlich von Bagdad explodierten zwei weitere Autobomben, davon eine wiederum auf einem Markt der Stadt. Dabei wurden den Behörden zufolge mindestens 13 Menschen getötet und 26 weitere verletzt. Unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder.

In der Stadt Hilla, rund 100 Kilometer südlich von Bagdad, wurden 13 Menschen getötet, als zwei Autobomben detonierten. 53 Menschen erlitten Verletzungen.

In der schiitischen Pilgerstadt Kerbela kamen durch die Explosion einer Autobombe vor einem Regierungsgebäude drei Menschen das Leben, neun wurden verletzt, wie Sicherheitsbehörden und Augenzeugen berichteten.

Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand. Die Anschlagserie war die blutigste seit den Attacken vom 29. November, als insgesamt 43 Menschen starben, die meisten von ihnen schiitische Pilger.

Seit dem Abzug der US-Soldaten im Dezember 2011 tobt ein Machtkampf zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Minderheit. Fast täglich kommt es zu Anschlägen. Seit Dezember 2012 gibt es zudem immer wieder zu Protestaktionen gegen die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki, der ebenfalls ein Schiit ist.

als/dpa/Reuters

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1. Ich bin sicher...
artusdanielhoerfeld 08.02.2013
...ganz tief im Inneren denken die maßgeblichen Amis: "Hätten wir die bloß nicht angegriffen!"
2. Nennt mich...
buecherkatze 08.02.2013
grausam, aber interessiert das noch irgendwen? Zieht nen Zaun drum (und um die anderen Krisenstaaten im mittleren Osten gleich mit), stationiert ein paar Mann da, damit keine Raketen auf uns abgefeuert werden und lasst sie sich ansonsten gegenseitig abmurksen. Tut mir Leid für die Unschuldigen, aber dieses Extremistengesocks kann man nicht anders ausrotten.
3.
thinkrice 08.02.2013
Zitat von buecherkatzegrausam, aber interessiert das noch irgendwen? Zieht nen Zaun drum (und um die anderen Krisenstaaten im mittleren Osten gleich mit), stationiert ein paar Mann da, damit keine Raketen auf uns abgefeuert werden und lasst sie sich ansonsten gegenseitig abmurksen. Tut mir Leid für die Unschuldigen, aber dieses Extremistengesocks kann man nicht anders ausrotten.
Typische westliche Überheblichkeit! Erst führt man einen Kreuzzug, destabilisiert den ganzen Nahen und Mittleren Osten in seinem arroganten Sendungsbewusstsein, denkt man könnte Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Ländern etablieren, in denen die kulturellen und gesellschaftlichen Grundvoraussetzungen nicht erfüllt sind. Nachdem das ganze Vorhaben gescheitert ist, lässt man die Menschen mit einer zerstörten Gesellschaft und einem kaputten Land zurück und in den westlichen Foren erlaubt man sich dann von seinem Grundrecht auf Meinungsäußerung Gebrauch zu machen und eine Mauer um die Länder des Extremistengesocks zu fordern. Ist natürlich viel einfacher solche Forderungen zu stellen, nachdem man für das Chaos verantwortlich ist, anstatt mal die eigene westliche Einstellung zu reflektieren und darüber nachzudenken ob unsere "Werte" wirklich universel erstrebenswert sind oder ob es dafür nicht bestimmte kulturelle und gesellschaftliche Voraussetzungen braucht.
4. Ähm...
buecherkatze 08.02.2013
ich zeichne mich nicht und auch nicht viele andere verantwortlich für die Zustände dort, denn ich bin keine 800 Jahre alt und habe auch sonst nix mit tatsächlichen oder eingebildeten Ursachen für die terroristischen Zustände in diesen Ländern zu tun. Und selbst wenn: Demokratie oder Rechtsstaatlichkeit in Gesellschaften zu bringen, wo Frauen vermummt rumlaufen müssen und für Lappalien gesteinigt werden, ist nicht das Schlechteste aller Anliegen. Aber bitte, selbst wenn man das nicht versucht hätte, hätten die mE auch so nen Grund für Terror gefunden. Und darf ich Sie darauf hinweisen, dass kritische Selbstreflektion und Ursachenforschung weder eine scherzhafte noch eine konstruktive Lösung für all das Morden sind? Lächerliche Argumentation. Aber Hauptsache, ein bisschen bei Wikipedia gestöbert...
5. Wenigstens...
Crass Spektakel 08.02.2013
Wenigstens murksen die sich gegenseitig ab und machen keine Flugübungen in New York mehr.
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Fläche: 434.128 km²

Bevölkerung: 34,776 Mio.

Hauptstadt: Bagdad

Staatsoberhaupt: Fuad Masum

Regierungschef: Haidar al-Abadi

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