Autobombe Mehrere Tote bei Anschlag auf Busbahnhof in Bagdad

Bei einem Anschlag auf einen Busbahnhof im Zentrum Bagdads sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben von Polizei und Ärzten wurden sie durch eine Autobombe getötet. Ein weiterer Sprengsatz detonierte im Norden der irakischen Hauptstadt.

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Bagdad - Die Serie blutiger Anschläge im Irak reißt nicht ab. Bei der Explosion einer Autobombe in der Hauptstadt Bagdad wurden offiziellen Angaben zufolge mindestens neun Menschen getötet. 16 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Sprengsatz detonierte nach Angaben der Sicherheitskräfte vor einem Busbahnhof im Zentrum Bagdads, an dem Zivilisten und Rekruten der Streitkräfte warteten. Rund um den Busbahnhof sind täglich Tausende Iraker unterwegs.

Im Norden der Stadt detonierte eine weitere Autobombe an einer Haltestelle für Busse und Taxen. Dabei seien vier Menschen getötet und zwölf verwundet worden, sagte der Polizeisprecher. Erst am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf Armeerekruten in Bagdad 23 Menschen ums Leben gekommen. Sicherheitskräfte werden im Irak immer wieder zum Ziel von Extremisten, die so das Land weiter destabilisieren wollen. Im Januar wurden nach einer Zählung auf Grundlage von Angaben aus Krankenhäusern und von Sicherheitskräften bereits mehr als 400 Menschen im Irak Opfer der Gewalt.

Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki kündigte im Kampf gegen sunnitische Terrorgruppen eine harte Gangart an. Alle Parteien müssten in dieser Frage voll und ganz hinter Armee und Polizei stehen, forderte der schiitische Regierungschef Berichten lokaler Medien zufolge. Es sei falsch, mit Verständnis und Dialog auf die Terrorgefahr zu reagieren.

Terroristen der Qaida-Miliz "Islamischer Staat im Irak und in Syrien" (ISIS) waren zu Jahresbeginn in die Städte Ramadi und Falludscha einmarschiert. Die irakische Armee hat Falludscha seit Tagen umzingelt. Die Truppen wollen die Qaida-Kämpfer vertreiben, die den Ort teilweise unter ihre Kontrolle gebracht haben. Örtliche Stammesvertreter versuchen, weiteres Blutvergießen zu verhindern.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte am Freitagabend seine Unterstützung für die Anstrengungen der irakischen Regierung im Kampf gegen den Terror ausgedrückt. In einer Erklärung forderte der Rat jedoch auch einen politischen Prozess, der niemanden ausgrenzt. Gleichzeitig betonte die Mitteilung das Recht der irakischen Bürger auf friedlichen Protest.

Al-Maliki hatte den Sicherheitskräften in den vergangenen Monaten mehrfach den Befehl erteilt, Protestlager seiner Kritiker mit Gewalt zu zerstören. Außerdem fühlt sich ein Großteil der sunnitischen Minderheit als Bürger zweiter Klasse behandelt. Sie werfen Al-Maliki vor, Armee und Polizei zum eigenen Machterhalt einzusetzen.

wit/Reuters/AFP/AP/dpa

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