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17. Februar 2013, 11:39 Uhr

Irak

Viele Tote bei Anschlagsserie in Bagdad

Die irakische Hauptstadt ist von einer Serie von Bombenanschlägen erschüttert worden: Mehrere Autobomben töteten mindestens 28 Menschen. Die Anschläge wurden in zumeist schiitisch geprägten Vierteln verübt, Beobachter vermuten einen Zusammenhang mit den anstehenden Provinzwahlen.

Bagdad - Bei einer Serie von Bombenanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Sonntag mindestens 28 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Die Anschläge richteten sich zumeist gegen Märkte in Wohngebieten schiitischer Muslime. Dort waren am Sonntagmorgen, dem Beginn der Arbeitswoche, viele Käufer unterwegs.

Drei Autobomben explodierten im Stadtteil Sadr City, einem Wohnviertel, in dem viele Arme leben. Weitere Anschläge gab es im Stadtteil Al Amin, in Husseinija nordöstlich von Bagdad sowie in der östlichen Vorstadt Kamalija.

Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand. Ähnliche Terrorakte wurden in der Vergangenheit von sunnitischen Extremisten aus dem Umkreis von al-Qaida verübt. Dazu gehört die Organisation Islamischer Staat Irak, die häufig schiitische Muslime angreift. Die schiitische Mehrheitsbevölkerung im Irak stellt die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki; die Sunniten waren unter dem 2003 im Irak-Krieg gestürzten Regime von Saddam Hussein dominierend.

Seit Anfang Februar kamen mehr als 100 Menschen bei Anschlägen im Irak ums Leben, im Januar waren es 178. Beobachter befürchten, dass die Gewalt vor den Provinzwahlen am 20. April weiter zunehmen wird. Diese Wahl ist die erste landesweite Abstimmung seit dem Abzug der US-Truppen vor mehr als einem Jahr.

hpi/AP/dpa

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