Anschlag auf Trauerfeier Mehr als 30 Tote in Bagdad

Bei einem Selbstmordattentat in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat sich zu der Tat bekannt.

Der Tatort nach dem Anschlag
DPA

Der Tatort nach dem Anschlag


Inmitten einer schiitischen Trauerfeier im Viertel al-Schaab in Bagdad hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und dabei mindestens 34 Menschen mit in den Tod gerissen. Das teilten irakische Sicherheits- und Rettungskräfte mit. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich über das IS-Sprachrohr Amak zu der Bluttat.

Der IS, der sich aus Sunniten rekrutiert, betrachtet die Schiiten als Todfeinde. Im Irak stellen die Schiiten die Bevölkerungsmehrheit, wurden aber unter dem mit einer US-Intervention 2003 gestürzten Diktator Saddam Hussein blutig unterdrückt.

Den Angaben zufolge wurden bei dem Anschlag in der Hauptstadt auch mindestens 36 Menschen verletzt. Der Anschlagsort in einem großen Zelt war nach der Explosion verwüstet.

Die Trauerfeier fand im Rahmen des Aschura-Festes, dem wichtigsten schiitischen Feiertags, statt. An diesem Tag gedenken Schiiten weltweit des Martyriums von Imam Hussein, einem Enkel des Propheten Mohammed, der im Jahr 680 in der Schlacht von Kerbela von dem sunnitischen Kalifen Jasid getötet worden war.

Der Anschlag war der blutigste seit Anfang Juli, als ein Selbstmordattentäter in einem belebten Geschäftsviertel von Bagdad mehr als 300 Menschen in den Tod riss. Experten erwarten, dass die IS-Miliz verstärkt auf Anschläge zurückgreifen wird, wenn sie weiter an Boden verliert. Die Extremisten wurden bereits aus wichtigen Städten wie Ramadi, Falludscha und Tikrit vertrieben, doch dürfte die Rückeroberung der Millionenstadt Mossul ungleich schwieriger werden.



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