Kampf gegen Dschihadisten Obama ist bereit zu "gezielten, präzisen" Schlägen im Irak

Barack Obama erklärt seine Pläne in der Irak-Krise: Bis zu 300 Spezialkräfte will er in das Land schicken. Zu Luftschlägen seien die USA bereit - die Entscheidung über konkrete Einsätze vertagt der Präsident jedoch erneut.

US-Präsident Obama: "Wir sammeln Informationen über mögliche Ziele"
AFP

US-Präsident Obama: "Wir sammeln Informationen über mögliche Ziele"


Washington - US-Präsident Barack Obama ist bereit, im Irak mit "gezielten und präzisen" militärischen Schritten einzugreifen. Die Entscheidung wolle er jetzt aber nicht treffen, sagte Obama am Donnerstag in Washington. Er werde sich vorher mit den Verbündeten und dem Kongress beraten.

Zunächst würden die USA ihre Aufklärungs- und Überwachungsaktivitäten verstärken, um sich ein besseres Bild vom Vormarsch der Dschihadisten-Miliz Isis machen zu können. "Wir sammeln mehr Informationen über mögliche Ziele, die mit Isis verbunden sind", sagte der Präsident.

Es könnten bis zu 300 Militärberater in das Land geschickt werden, so Obama. Mit Blick auf den Irak-Krieg vor gut zehn Jahren betonte er, dass amerikanische Bodentruppen nicht wieder im Irak kämpfen werden. Man werde stattdessen die Unterstützung für die irakischen Regierungstruppen weiter ausbauen.

Die USA hätten nicht die Fähigkeiten, um die Probleme des Landes durch die Entsendung von "Zehntausenden Truppen" zu lösen, stellte der Oberbefehlshaber der Streitkräfte klar. "Letztlich ist dies etwas, dass die Iraker lösen müssen."

Obama sprach vor Journalisten im Weißen Haus, nachdem er sich mit seinen Sicherheitsberatern getroffen hatte. Es war das erste Mal, dass er sich seit der Eskalation im Irak ausführlich zu Wort meldete. Isis hatte vergangene Woche große Gebiete im Norden und Westen des Irak eingenommen.

Zuvor hatte Obama bereits mehrfach einen Kampfeinsatz von Truppen im Irak ausgeschlossen. Er hatte dem Kongress mitgeteilt, bis zu 275 Soldaten für den Schutz der Botschaft in Bagdad zu entsenden. Selbst bei der Entsendung kleiner Elitetruppen besteht allerdings die Gefahr, dass diese in Kampfhandlungen verwickelt werden.

Kerry bricht nach Europa und Nahost auf

Oberste Priorität bleibe, die im Irak stationierten Amerikaner zu schützen - darunter die rund 5000 Mitarbeiter der Botschaft in Bagdad. Einige US-Bürger seien bereits umgesiedelt worden. Außenminister John Kerry werde noch diese Woche nach Europa und in den Nahen Osten aufbrechen, um mit diplomatischen Bemühungen zu versuchen, den Konflikt zu entschärfen.

In Richtung der Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki sagte Obama, er erwarte eine Politik, die alle Bevölkerungsgruppen einschließe. Zuletzt gab es Berichte, dass Washington eine neue Regierung ohne Maliki bevorzuge.

Die Regierung in Bagdad hatte die USA offiziell gebeten, sie im Kampf gegen die Islamisten-Miliz Isis mit Luftschlägen zu unterstützen. Dafür ist die Lage nach Aussagen des Generalstabschefs Martin Dempsey aber noch zu unübersichtlich.

Der US-Nachrichtensender Fox News berichtete, dass die US-Luftwaffe Überwachungsflüge über dem Irak begonnen habe. F18-Kampfjets würden vom Flugzeugträger "George H.W. Bush" im Persischen Golf starten, bestätigten namentlich nicht genannte Regierungsbeamte dem Sender.

fab/dpa/Reuters



insgesamt 76 Beiträge
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Badischer Revoluzzer 19.06.2014
1. Egal, wen Obama hier
gezielten Schlägen treffen will. Aber nicht von Deutschem Boden aus !
kamei 19.06.2014
2. naja Obama weniger...
Zitat von sysopDPABarack Obama erklärt seine Pläne in der Irak-Krise: Bis zu 300 Spezialkräfte will er in das Land schicken. Zu Luftschlägen seien die USA bereit - die Entscheidung über konkrete Einsätze vertagt der Präsident jedoch erneut. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-obama-vertagt-entscheidung-ueber-luftschlaege-a-976250.html
er lässt andere arbeiten, bei der haushohen Überlegenheit kein Ding. Natürlich lässt er erst seine Berater checken, ob es nicht vorteilhaft ist, so wie es ist. Mit der Ukraine läuft es ja nicht so recht. Ein bisschen Munition verballern bringt aber auch Umsatz. Hau drauf "Friedensnobelpreisträger".
fwittkopf 19.06.2014
3. Und was ist
Zitat von Badischer Revoluzzergezielten Schlägen treffen will. Aber nicht von Deutschem Boden aus !
mit den Deutschen, die von US- Truppen getötet werden könnten? Oder ein Deutscher holt einen Kampfjet vom Himmel. Die Deutschen sind dabei, so oder so.
cour-age 19.06.2014
4.
Zitat von Badischer Revoluzzergezielten Schlägen treffen will. Aber nicht von Deutschem Boden aus !
Sie sind ein "Revoluzzer" FÜR die ISIS? Das neene ich mutig, aber abwegig.
sappelkopp 19.06.2014
5. Wo es ja mit dem Krieg in ...
Zitat von sysopDPABarack Obama erklärt seine Pläne in der Irak-Krise: Bis zu 300 Spezialkräfte will er in das Land schicken. Zu Luftschlägen seien die USA bereit - die Entscheidung über konkrete Einsätze vertagt der Präsident jedoch erneut. http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-obama-vertagt-entscheidung-ueber-luftschlaege-a-976250.html
...Europa nicht so richtig klappt, kommt der Krieg im Irak gerade Recht. Sorg mal für Frieden, bist schließlich Friedensnobelpreisträger .
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