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Kampf gegen IS-Milizen: Obama droht mit neuen Bombenangriffen im Irak

AFP

Der Kampf gegen die Miliz "Islamischer Staat" verschärft sich. US-Präsident Obama will die Luftangriffe im Irak zum Schutz der Jesiden und der eigenen Diplomaten "wenn nötig" fortsetzen. Den Einsatz von Bodentruppen schließt er aus.

Washington - Die USA drohen mit weiteren Luftangriffen auf die Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak. Das Bombardement diene dem Schutz von US-Diplomaten und Militärberatern in der Kurdenhauptstadt Arbil, sagte US-Präsident Barack Obama am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. "Wir werden tun, was immer nötig ist, um unsere Leute zu schützen."

Die Angriffe dienten zudem dem Schutz Tausender Jesiden, die vor den IS-Milizen ins Gebirge geflohen sind. Anhänger der religiösen Minderheit fürchten wegen der vorrückenden IS-Kämpfer um ihr Leben. In sengender Hitze und ohne ausreichend Wasser und Nahrung harren sie in den Sindschar-Bergen aus.

"Wenn zahllosen unschuldigen Menschen ein Massaker droht, und wenn wir die Fähigkeit haben, das zu verhindern, dann können die USA nicht einfach wegsehen", sagte Obama.

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US-Militäraktionen: Einsatz im Irak

Am Freitag hatten US-Kampfdrohnen und F-18-Kampfflugzeuge nach Angaben des Pentagon bewaffnete IS-Einheiten bombardiert. Bei einem der Angriffe wurden nach Angaben aus kurdischen Kreisen mindestens 20 Dschihadisten getötet, 55 weitere Personen seien verletzt worden. In der südlicher gelegenen Provinz Dijala tötete die irakische Luftwaffe nach Angaben aus Sicherheitskreisen bei drei Angriffen 28 IS-Kämpfer.

Den Einsatz von US-Bodentruppen schloss Obama am Samstag erneut aus. "Ich werde es nicht zulassen, dass die USA in einen neuen Irak-Krieg gezogen werden", beteuerte er. Die USA wollten aber gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft verhindern, dass "diese Terroristen einen dauerhaften Rückzugsort haben, von dem sie die USA angreifen können".

Briten schicken erstes Hilfsflugzeug für den Irak los

Neben den Luftangriffen schicken die USA auch humanitäre Hilfe. Nach Angaben des Pentagon haben Transportmaschinen im Sindschar-Gebirge Lebensmittel und Wasser für die Jesiden abgeworfen.

Auch andere Länder senden Hilfe. Großbritannien hat laut einem Bericht der BBC sein erstes Transportflugzeug mit Hilfsgütern für die Bevölkerung im Nordirak auf die Reise geschickt. Die Maschine habe am Samstag den Luftwaffenstützpunkt Brize Norton nordwestlich von London mit Ziel Irak verlassen, berichtete der Fernsehsender.

Premierminister David Cameron und Verteidigungsminister Michael Fallon hatten am Freitag ein Hilfspaket im Volumen von umgerechnet rund zehn Millionen Euro bekannt gegeben. Eine Beteiligung an den Luftangriffen der US-Amerikaner schloss Cameron hingegen aus. Fallon erklärte jedoch, Großbritannien werde sich unterstützend beteiligen, etwa mit Tank- und Aufklärungsflugzeugen.

Derweil mobilisieren die Kurden Widerstand gegen die IS. Bewaffnete Gruppen bilden nach Angaben der Co-Vorsitzenden des Kurdischen Nationalkongresses, Nilüfer Koc, derzeit junge Männer und Frauen im Nordirak für den bewaffneten Kampf gegen die Terrormiliz IS aus. Es gehe darum, dass die Menschen in ihren Dörfern blieben und ihr Land verteidigten, hieß es.

ssu/AFP/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 32 Beiträge
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1. und was macht
virginia 09.08.2014
die merkelrepublik? natuerlich nichts.... wie ueblich!
2. Schwierig ...
-stuttgarter- 09.08.2014
Luftangriffe haben töten oft viele Zivilisten und in Libyen hat die Bombardierung auch wenig genützt ...
3. luftangriffe
kleinbürger 09.08.2014
Zitat von -stuttgarter-Luftangriffe haben töten oft viele Zivilisten und in Libyen hat die Bombardierung auch wenig genützt ...
nun ja, ohne die luftangriffe in libyen wäre gaddafi noch an der macht. ohne den ereignissen im nordes des iraks vorgreifen zu wollen würde die IS ohne amerikanische luftangriffe wohl kaum zu stoppen sein. luftangriffe sind keine politische waffe sondern eine militärische.
4.
dedoors 09.08.2014
Zitat von virginiadie merkelrepublik? natuerlich nichts.... wie ueblich!
Warum sollte sie denn ?
5. Richtiger Schritt
Lukes 09.08.2014
Die Kurden mit Luftangriffen zu unterstützen ist einer der wenigen Militäreinsätze der letzten 15 Jahre, hinter dem ich stehe. Nur traurig, dass es im Verteidigungsbudget offenbar genug Etat für den Unterhalt von milliardenschweren und heutzutage militärisch unnützem Gerät, aber nicht für die militärische Unterstützung der Amerikaner vorhanden ist. Deutsche Bürokratie at its best!
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US-Militäraktionen: Einsatz im Irak

Religiöse Gruppen und ethnische Minderheiten im Irak
Sunniten
Mit über 85 Prozent der Muslime weltweit bilden die Sunniten die größte Gruppe im Islam. Der Name der Glaubensrichtung leitet sich vom arabischen Wort "Sunna" ab, das im religiösen Zusammenhang die "Handlungsweisen des Propheten Mohammed" bedeutet. Zusätzlich zum Koran orientieren sich Sunniten anders als die Schiiten an der Sunna als einer zweiten Quelle des islamischen Rechts. Die Rebellen im Irak gehören der Glaubensrichtung der Sunniten an.
Schiiten
In den Augen der Schiiten haben nur Ali, der Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed, und dessen Nachkommen ein Anrecht auf die politische Führung aller Muslime. Zwar unterscheiden sich die Schiiten in der religiösen Praxis kaum von den Sunniten. Doch durch die historische Entwicklung beider Glaubensrichtungen trennen heute tiefe politische Gräben das sunnitische und das schiitische Lager. Im Irak sowie in Iran und dem Libanon stellen die Schiiten die größte Konfessionsgruppe. Auch der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki ist Schiit.
Alawiten
Alawiten sehen ihre Glaubensgemeinschaft als Abspaltung des schiitischen Islam. Auch sie verehren Ali, den Vetter des Propheten, und seine Nachfolger. Im Unterschied zu den Schiiten hat Ali bei Alawiten aber sogar einen gottähnlichen Status. Anhänger der alawitischen Glaubensrichtung leben vor allem in Syrien. Der syrische Diktator Assad ist Alawit. Es gibt auch Alawiten im Südosten der Türkei und im Libanon.
Kurden
Die Volksgruppe der Kurden stammt aus einem Siedlungsgebiet in Vorderasien, das sich auf die Gebiete der Türkei, des Irak, Irans und Syriens verteilt. Jahrhundertelang war die Region Teil des Osmanischen Reiches. Nicht alle Kurden gehören derselben Glaubensrichtung an. Viele sind Sunniten. Manche sind Aleviten, deren islamische Glaubensrichtung derjenigen der Alawiten ähnelt. Eine kurdische Einheitssprache gibt es nicht, dagegen viele unterschiedliche Dialekte. Im Nordirak hat sich seit dem letzten Golfkrieg ein Kurdenstaat gebildet, der seine Unabhängigkeit fordert.
Jesiden
Die Jesiden leben vor allem in der Gegend um die nordirakische Stadt Mossul. Schätzungsweise gibt es zwischen 300.000 und 1,2 Millionen Anhänger, von denen viele wegen Verfolgung und Diskriminierung ins Ausland geflohen sind. Ihre monotheistische Religion enthält Elemente des Christentums, des Islam und des Zoroastrismus. Neben Gott verehren sie sieben Engel. Der wichtigste heißt Malak Taus, der "Pfauenengel". Die Jesiden verneinen die Existenz des Teufels. Ihnen ist es verboten, außerhalb der Gemeinschaft zu heiraten oder einen anderen Glauben anzunehmen. Ihre wichtigste Pilgerstätte liegt in Lalisch, einem abgelegenen Tal im Norden des Irak. Dort befindet sich das Grab von Scheich Adi, der im 12. Jahrhundert starb und den die Jesiden als Heiligen verehren.
Die Minderheit der Jesiden
Wo leben die Jesiden?
Die Jesiden stammen aus dem Irak, aus Syrien, Iran und der Türkei. Sie leben vor allem in der Gegend um die nordirakische Stadt Mossul und im nahe gelegenen Sindschar-Gebirge. Wegen Verfolgungen, Diskriminierungen oder Anfeindungen in ihren Heimatländern sind viele ins Ausland geflohen.
Wie viele Jesiden gibt es?
Genaue Angaben zur Zahl der Jesiden weltweit gibt es nicht. Schätzungen schwanken zwischen 300.000 und 1,2 Millionen Anhängern.
Wie groß ist die Gemeinde in Deutschland?
Die Zahlen variieren auch in Deutschland - von um die 50.000 bis zu 120.000 Jesiden. Sie leben überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Zentralrat der Jesiden in Deutschland hat seinen Sitz in Oldenburg, in Hannover gibt es eine Jesidische Akademie.
Woran glauben die Jesiden?
Ihr Glauben enthält Elemente anderer Religione wie der Zoroastrier, Juden, Christen und Muslime. Die Jesiden glauben an einen Gott und verehren sieben Engel. Der wichtigste heißt Malak Taus, der "Pfauenengel". Dieser wird im Christentum und im Islam als "gefallener Engel" oder Teufel angesehen, weil er sich nicht vor Adam verbeugen wollte. Aus Sicht der Jesiden bestand der Engel aber mit seinem Verhalten eine Prüfung seines Glaubens zu Gott. Die Jesiden verneinen die Existenz des Teufels. Ihnen ist es verboten, außerhalb der Gemeinschaft zu heiraten oder einen anderen Glauben anzunehmen.
Wo befindet sich ihr wichtigster heilige Ort?
Er liegt in Lalisch, einem abgelegenen Tal im Norden des Irak. Dort befindet sich das Grab von Scheich Adi, der im 12. Jahrhundert starb und den die Jesiden als Heiligen verehren. Jedes Jahr im Herbst kommen Zehntausende Menschen zu einer Wallfahrt in das Tal.


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